Orchideen

Mit mehr als 20.000 Arten bilden Orchideen eine der größten Pflanzenfamilien. In gemäßigten Breiten treten sie als sogenannte "Erdorchideen" auf, und mischen sich unter die Wald- und Wiesenblumen, wie beispielsweise das Knabenkraut (Orchis).

Das Hauptverbreitungsgebiet der Orchideen liegt in den Tropen und Subtropen, wo sie als "Epiphyten" (Aufsitzerpflanzen) auf Bäumen und anderen Pflanzen wachsen. Dieser spezielle Lebensraum zeichnet sich durch einen steten Wechsel zwischen starken Regenfällen und Trockenperioden aus.


Orchidee-Arten

Orchideen haben spezielle Anpassungen entwickelt, um mit diesen Umweltbedingungen zurechtzukommen:

Epiphytische Orchideen

Zu den Epiphyten gehört die beliebte und vielerorts erhältliche Phalaenopsis sowie die betörend duftende Cattleya- und Oncidium-Orchidee. Auch die Vanda-Orchidee mit ihren großen, extravaganten Blüten gehört dazu. Nicht nur Ihre intensiven Farben überraschen den Betrachter, denn diese Pflanzen werden wurzelnackt, also ohne Topf, kultiviert und verkauft. Diese Orchideen besitzen dick-ledrige Blätter und/oder Sprossknollen, in denen sie Wasser speichern.

Semi-terrestrische Orchideen 

Im Gegensatz zu den Epiphyten ist zum Beispiel die Gattung Paphiopedilum, auch Frauenschuh genannt, semi-terrestrisch. Das bedeutet, dass ihre Wurzeln in den Boden wachsen, und sie zusätzlich Luftwurzeln ausbilden. Diese sind von einem weißlichen Überzug, dem sogenannten "Velamen", umhüllt. Dabei handelt es sich um abgestorbene Zellen, die wie ein Schwamm Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe speichern. In ihrer natürlichen Umgebung würden diese Orchideen auf dem weichen Laub im Waldboden wachsen.


Orchideen pflanzen

Die Anzucht von Orchideen mit Samen

Es gibt Zierpflanzen-Gärtnereien, die sich auf den kommerziellen Anbau von Orchideen spezialisiert haben. Orchideen können tatsächlich aus Samen gezogen werden. Dazu werden allerdings spezielle Geräte und Fachwissen benötigt. Es ist in diesem Fall ratsam, bereits blühende Orchideen zu kaufen und sie zu Hause weiter wachsen zu lassen. 

Blühende Orchideen zu Hause kultivieren   

Wenn Sie Orchideen zu Hause kultivieren wollen, benötigen Sie diese Ausrüstung: 

  1. Spezieller Orchideen-Dünger
  2. Gießkanne für Zimmerpflanzen
  3. Sprühflasche
  4. Pflanzstäbe, Rankgitter und kleine Klammern
  5. durchsichtige Orchideen-Töpfe 
  6. Pflanzsubstrat für Orchideen
  7. scharfe, saubere Schere oder Messer
  8. Übertopf, wenn gewünscht

Standort & Pflege

Viele Orchideen mögen einen hellen, aber nicht zu stark sonnigen Standort bei Zimmertemperatur. Nachts sollte die Temperatur um 2 bis 4°C gesenkt werden. Im Winter mögen Orchideen meist kühlere Temperaturen von circa 15 °C. Dies gilt jedoch nicht für Paphiopedilum (Frauen-/Venusschuh) und die beliebte Phalaenopsis, die sich auch im Winter bei normaler Zimmerwärme wohl fühlen.


Die richtige Pflege für Ihre Orchideen: 

Trotz ihrer Beliebtheit haben Orchideen den Ruf, komplizierte Zimmerpflanzen zu sein. 

Das muss nicht sein - wenn Sie wissen, welchen Typ Orchidee Sie zu Hause haben und deren Bedürfnisse kennen, benötigt die richtige Pflege wenig Zeit und Aufwand. Sie können die Umgebung so gestalten, dass sich Ihre Orchideen bei Ihnen zu Hause wohl fühlen und es Ihnen mit Blütenpracht danken. 


Pflegeanleitungen für die verschiedenen Orchideen-Typen 

  • Orchideen wie Phalaenopsis und Oncidium stehen gerne in lichtem Schatten oder gedämpftem Tageslicht. Ihre Blätter können in direktem Sonnenlicht verbrennen. 
  • Wenn Sie einen sonnigen Platz haben, den Sie gerne mit Orchideen schmücken wollen, können Sie eine Sorte der Cattleyas, Vandas oder Dendrobiums aussuchen. Diese vertragen stärkeres Licht und mehr Hitze. Alternativ können Sie den Platz auch mit Jalousien, Vorhängen oder Markisen verdunkeln.  
  • Die meisten Orchideen lieben Temperaturen zwischen 18 und 25° Celsius. Ist der Raum viel kälter bleiben einige Orchideen, wie etwa Dendrobium-Sorten ohne Blüte oder kränkeln. 
  • Andere Arten wiederum, wie zum Beispiel Cymbidium und Phalaenopsis, brauchen sogar ein paar kühle Wochen, um neue Blüten zu produzieren. Für alle Orchideen gilt aber, dass große Temperaturschwankungen zu vermeiden sind, da sie die Pflanzen unnötig stressen. 

Das richtige Wässern von Orchideen 

Orchideen wässern:

Orchideen mögen es, regelmäßig gewässert zu werden - das gilt besonders für ihre Wachstumsphase. Wie oft gegossen werden muss, hängt von der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit ab. In Räumen mit trockener Luft, zum Beispiel, müssen Orchideen alle paar Tage gewässert werden. 

Das Substrat und die Wurzeln werden beim Wässern vollständig durchnässt. Alles überschüssige Wasser sollte aber auf jeden Fall ablaufen können. Wassertropfen, die an die anderen Pflanzteile gelangt sind, tupfen Sie sorgfältig ab, denn das kann zu Fäule führen. Die meisten Orchideen-Fans gehen so vor: Stellen Sie die Orchideen für ein Wasserbad in einen größeren Topf und lassen Sie sie für 5 bis 10 Minuten darin stehen. Nach der Zeit lassen Sie die Wurzeln gründlich abtropfen. Nehmen Sie dazu lauwarmes Wasser, denn, zu heißes oder kaltes Wasser kann die Wurzeln beschädigen.

Orchideen gießen:

Orchideen benötigen eine gute Durchlüftung des Substrats und eine gute Wasserführung. Bei der Bewässerung lautet die Devise: Weniger ist mehr! Am besten mit kalkarmem, temperiertem Wasser mäßig gießen. Die Wassermenge hängt wesentlich vom Substrat ab: Stark zersetzte Substrate benötigen geringere Wassermengen, da sie in der Regel die Feuchtigkeit länger halten als grobe Substrate. Staunässe ist auf jeden Fall zu vermeiden, um Wurzelfäulnis zu verhindern.

Bei verschiedenen Orchideen sind auch die Anzeichen für Trockenheit unterschiedlich: 

  • Phalaenopsis – Kontrollieren Sie die Farbe der Wurzeln. Sie sind hellgrün, wenn sie genügend Wasser haben und silbrig grau, wenn sie ausgetrocknet sind. 
  • Oncidium und Cattleya - Die Pflanzen stehen zu trocken, wenn das Substrat sich trocken anfühlt. Dann am besten gleich wieder wässern.

Orchideenpflege über das Wässern hinaus 

Sie sehen schon, die unterschiedlichen Orchideen-Typen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Sie gehen auch unterschiedlich mit Vernachlässigung um - die beliebte Phalaenopsis zum Beispiel verzeiht es gerne, wenn Sie mal vergessen zu wässern. Vandas und Paphiopedilum brauchen eine regelmäßige Wasserzufuhr, um zu gedeihen. 

In der Natur nehmen Orchideen alle Nährstoffe mit den Luftwurzeln aus dem herabtropfenden Regenwasser auf. Gesunde Wurzeln sind also entscheidend für eine gesunde Pflanze. 

Während eine geregelte Wasser- und Nährstoffzufuhr der Pflanze hilft, gesund zu bleiben und viele Blüten auszubilden, ist die regelmäßige Kontrolle der Wurzeln absolut notwendig, um die ganze Pflanze am Leben zu halten. Auch Luftzirkulation im Wurzelbereich ist wichtig. Benutzen Sie am besten spezielle Orchideentöpfe, denn diese haben im Boden Löcher für den Wasserablauf und seitliche Belüftungslöcher, um die Wurzeln trocken zu halten. 


Orchideen Krankheiten und Schädlinge:

Für viele Zimmerpflanzenfreunde ist eine Phalaenopsis die erste Wahl unter den Orchideen. Diese Art verträgt auch dunklere Standorte, hält ihre Blüten sehr lange und verzeiht auch unregelmäßiges Wässern. 

Auch Paphiopedilum ist eine Überlegung wert - diese Art wird zwar weniger häufig im Handel angeboten, aber die Blüten halten oft monatelang. Die Blätter sind marmoriert und auch in der blütenlosen Zeit ein Hingucker. 


Schädlinge

Schildläuse: Blätter, Blütenstängel und -blätter können von Schildläusen befallen sein. Bei ihrer Saugtätigkeit tritt klebriger Honigtau aus, der häufig von Rußtaupilzen besiedelt wird.

Wollläuse: Gleichsam wie Schildläuse schädigen Wollläuse Blätter, Stängel und Blüten durch ihre Saugtätigkeit. Honigtau und Rußtaupilze treten ebenfalls auf. Wollläuse sind anhand ihrer wattebauschähnlichen Wachsausscheidungen zu erkennen.

Spinnmilben: Auf den Blättern zeigen sich feine, weißliche Sprenkelungen, die später verbräunen. Anschließend kommt es zum Blattfall. Bei starkem Befall können feine Gespinste sichtbar sein.

Maßnahmen: Schild- und Wollläuse, Spinnmilben sowie weitere Schädlinge an Orchideen wie z. B. Blattläuse und Thripse können durch Spritzungen mit Substral Celaflor® Schädlingsfrei Careo® für Orchideen & Zierpflanzen** rasch und zuverlässig bekämpft werden (3 Anwendungen im Abstand von je 10 Tagen). Aufgrund seiner voll systemischen Wirkung werden saugende Schädlinge auch dann erfasst, wenn sie nicht direkt besprüht werden. Außerdem zeichnet sich Substral Celaflor® Schädlingsfrei Careo® für Orchideen & Zierpflanzen** durch seine sehr gute Pflanzenverträglichkeit an Orchideen und anderen Zierpflanzen aus.

Für welche Orchidee Sie sich auch entscheiden sollten - mit der richtigen Pflege wird jede Orchidee eine Bereicherung für Ihr Zuhause sein. 


Pilzerkrankungen

Als Folgeerscheinung der zuvor genannten Pflegeprobleme, insbesondere bei zu nasser Kulturführung und unausgewogener Nährstoffversorgung treten häufig Pilzerkrankungen auf:

Wurzelhalsfäule: Verschiedene Pilzerreger (z. B. Fusarium, Phytophthora) führen zum Welken, Verbräunen und schließlich Abfallen der Blätter. An der Blattbasis sowie an Stängeln und Wurzeln entstehen Faulstellen. Je nach Art des Pilzes und der befallenen Orchidee können die Symptome unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei hoher Luftfeuchte ist oft ein rosa Sporenrasen zu sehen.

Blattfleckenkrankheit: Runde, braune Blattflecken, die scharf vom gesunden Gewebe abgegrenzt sind, werden häufig vom pilzlichen Erreger Colletotrichum verursacht. Bei manchen Orchideenarten wie Phalaenopsis oder Odontoglossum zeigen sich die Flecken v. a. an der Sprossbasis.

Maßnahmen:Zur Vorbeugung gegen Pilzerkrankungen sollte Blattnässe und zu häufige Bewässerung vermieden werden! Befallene Pflanzen separieren. Wird an der Orchidee Wurzelhalsfäule festgestellt, ist sie kaum noch zu retten und sollte entfernt werden. Wenn möglich, können von gesunden Stellen aber noch Ableger gemacht werden! ​Die Blattfleckenkrankheit kann mittels Spritzungen mit Substral Celaflor®Pilzfrei Saprol®** bekämpft werden (2 Anwendungen im Abstand von je 10 Tagen). Nach eigenen Erfahrungen werden im Rahmen der Rostbekämpfung auch Blattfleckenpilze miterfasst (Nebenwirkung).


Auftretende Problem bei inkorrekter Pflege

Wenn die Orchidee kümmert, sind häufig unbelebte, sogenannte "abiotische" Schadursachen der Grund dafür. Diese können auch als "Pflegeprobleme" aufgefasst werden. Dazu zählen ungünstige Verhältnisse hinsichtlich Standort, Wasser- und Nährstoffversorgung oder zu hohe/tiefe Temperaturen:

Sonnenbrand: Blätter zeigen einzelne, oft rundliche, braune oder schwarze Stellen. Später bleicht das geschädigte Gewebe aus.

Kälteschäden: Die Temperaturansprüche der Orchideen sind je nach Art unterschiedlich. Phalaenopsis beispielsweise leidet bei Temperaturen unter 10 bis 13 °C. Dabei platzen die Zellen, wodurch glasige Stellen auf den Blättern auftreten. Kälteschäden können auch zu einer plötzlichen Welke aller Blüten am gleichen Blütenstängel führen.

Ungünstige Bewässerung: Bei Wassermangel werden die Blätter welk. Häufig wird jedoch zu viel gegossen, woraufhin die Blätter weich und schlapp werden. Pilzerkrankungen sind oft die Folge. Je nach Art können Orchideen auch auf eine unregelmäßige Bewässerung empfindlich reagieren. Bei Miltonia beispielsweise bewirkt ein starker Wechsel von Feuchtigkeit und Trockenheit eine zieharmonikaartige Verformung der Blätter.

Maßnahmen: Durch eine artspezifisch angepasste Standortwahl, Wasser- und Nährstoffversorgung lassen sich abiotische Schäden am besten vermeiden!


Orchideen vermehren

Bei einigen Orchideenarten wie beispielsweise Phalaenopsis (Malaienblume) ist häufig zu beobachten, dass sich mit der Zeit Wurzeln und Blätter an den Blütenständen bilden. Diese Ableger heißen "Kindel" oder "Keiki" und sind optimal geeignet, um die Orchidee zu vermehren. Für eine detailierte Anleitung Lesen Sie unseren Artikel zur Vermehrung von Orchideen.

 

 

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