Bodendecker

Bodendecker sind echte Multitalente. Die niedrig wachsenden Pflanzen bedecken und begrünen Flächen auf vielfältige Weise und erfreuen sich großer Beliebtheit. Denn einmal dicht gewachsen, lassen Bodendecker kein Unkraut mehr durch und sind damit die ideale Lösung für einen pflegeleichten Garten. Aber sie können noch mehr: Bodendecker speichern Feuchtigkeit, lockern die Erde mit ihren Wurzeln auf, schützen sie bei sehr hohen und sehr niedrigen Temperaturen und verhindern Erosion bei Regen. Obendrein bieten sie einen Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber.

Bodendecker sind keine Pflanzengruppe an sich, sondern umfassen alle krautigen und verholzenden Pflanzen, die flächendeckend wachsen können. Ob immergrüne Bodendecker, blühende Bodendecker, Bodendecker für Flächen mit viel Sonne oder Schatten – es gibt für alle Gärten und Ansprüche den passenden Bodendecker. 


Welche Pflanzen eignen sich als Bodendecker? 

Es gibt eine Vielzahl an Pflanzen, die als Bodendecker eingesetzt werden können. Achten Sie schon beim Kauf darauf, dass Sie der Pflanze die richtigen Lichtverhältnisse bieten können, damit Sie sich an einem saftig-grünen Pflanzenteppich erfreuen können. 

Wir haben hier eine Auswahl der beliebtesten Bodendecker für verschiedene Ansprüche und Standorte zusammengestellt:

Efeu, auch Gemeiner Efeu (Hedera helix)

Der Efeu ziert nicht nur Hausfassaden und Mauern, er ist auch ein schnell wachsender immergrüner Bodendecker. Innerhalb von 2–3 Jahren bildet der Efeu einen dichten, dunkelgrünen Teppich und lässt kein Unkraut mehr durch. Efeu mag es am liebsten feucht und schattig, gedeiht aber auch in Sonne und Halbschatten, wenn Sie ihn ausreichend mit Wasser versorgen.

Ysander, auch Dickmännchen oder Schattengrün (Pachysandra terminalsi)

dickmännchen

Der niedrigwachsende Ysander ist in den Wäldern Japans heimisch. An feuchten, schattigen oder halbschattigen Standorten gedeiht dieser immergrüne Bodendecker am besten. Der Ysander breitet sich langsam aus und bildet einen dicht wuchernden Teppich mit glänzenden Blättern.

Haselwurz (Asarum europaeum)

Die Waldstaude mit ihren nierenförmigen Blättern bedeckt Ihren Garten selbst im Winter mit einem glänzend-grünen Teppich. Die Haselwurz bevorzugt einen schattigen bis halbschattigen Standort und einen feuchten und kalkhaltigen Boden. Sie gehört zu den langsam wachsenden Bodendeckern. 

Storchschnabel (Geranium)

wald storchschnabel

Der Storchschnabel ist ein lückenlos wachsenden Bodendecker, der kein Unkraut aufkommen lässt und, dank seiner duftenden Blüten, gerne von Bienen und den nützlichen Schwebfliegen besucht wird. Storchschnäbel sind pflegeleicht und mögen relativ feuchte Standorte mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden. Je nach Sorte, werden die Pflanzen 15-100 Zentimeter hoch und blühen zwischen Mai und August in Weiß, Rosa, Rot oder Blau.

Teppichsedum (Sedum spurium)

Dieser immergrüne, pflegeleichte und im Sommer üppig blühende Bodendecker überzieht Flächen innerhalb kurzer Zeit mit einem dicht verwebten Pflanzenteppich. Teppichsedum eignet sich gut zur Begrünung von Dächern, Mauern und Steingärten. Der Bodendecker mag Sonne, gedeiht aber auch an halbschattigen Standorten. Im Sommer bildet der Bodendecker je nach Art weiße, rosa, rote oder lila Blüten und zieht mit ihnen eine Vielzahl von Bestäubern wie Bienen und Schmetterlinge an. 

Kleinblättriges Immergrün, auch Kleines Immergrün (Vinca minor)

Bläulich-lila Blüten schmücken von April bis September diesen blühenden Bodendecker, der über Bodentriebe rasant Flächen begrünt. Der kriechende Halbstrauch gedeiht am besten an schattigen oder halbschattigen Standorten, aber auch sonnige Plätze machen ihm nichts aus. Wie der Name schon verrät, bleiben die Blätter auch im Winter grün. Bedenken Sie, dass diese Pflanze zu den Hundsgiftgewächsen gehört und damit in allen Pflanzenteilen für Hunde und Katzen giftig ist.

Sand-Thymian, auch Feld-Thymian (Thymus serpyllum)

sand thymian

Thymian als Bodendecker hört sich nicht nur gut an, sondern riecht auch gut. Der immergrüne Halbstrauch überzieht schnell Flächen mit einem aromatischen Duftrasen. Mit seinen rosa bis lila Blüten dient der blühende Bodendecker im Sommer als Bienenweide. An sonnigen Standorten mit sandigen Böden oder Steingärten gedeiht der Thymian am besten. Sie können ihn übrigens genau wie den Echten Thymian (Thymus vulgaris) als Gewürzpflanze verwenden. 

Teppich-Golderdbeere, auch Dreiblättrige Waldsteinie (Waldsteinia ternata)

Die flachwüchsige Teppich-Golderdbeere gehört zu den Rosengewächsen und bildet einen sehr dichten Bodendecker in hellem Grün aus. Sie gedeiht an schattigen, halbschattigen oder hellen Standorten ohne direkte Sonneneinstrahlung. Als in Wäldern heimische Pflanze fühlt sie sich unter und vor Bäumen und Büschen besonders wohl. Von April bis Juni blüht dieser Bodendecker gelb und üppig.

Waldmeister (Galium odoratum)

Was sich für viele nach grünem Wackelpudding oder Brausepulveraroma anhört, ist in Wahrheit ein ausgezeichneter Bodendecker. Vor allem in schattigen Gärten unter Bäumen und Sträuchern fühlt sich dieser blühende Bodendecker ganz zu Hause. Zwischen April und Juni wird der Bodendecker von einem weißen, sternförmigen Blütenmeer überzogen. 


Wann sollte man Bodendecker pflanzen?

Wenn das Unkrautwachstum im Spätsommer zurückgeht, ist der beste Zeitpunkt, um Bodendecker zu pflanzen. Bis zum Winter haben die Pflanzen noch genügend Zeit, ihre Wurzeln in die Erde zu treiben. 

Befreien Sie die Erde vorher von Unkräutern und bessern Sie sie, wenn nötig, mit Kompost auf. Denken Sie auch daran, neue Bodendecker in Trockenzeiten zu gießen – zwar sind Bodendecker ausgesprochen pflegeleicht, bis sich die Wurzeln der neuen Pflanzen jedoch etabliert haben, benötigen sie etwas Zuwendung. 


Wie schnell wachsen Bodendecker?

Bodendecker wachsen unterschiedlich schnell – je nachdem, für welche Pflanze Sie sich entscheiden. 

Zu den schnell wachsenden Arten gehören Efeu, Sand-Thymian, Teppichsedum und auch das Kleine Immergrün. Sie breiten sich schon oft innerhalb eines Jahres aus. Andere Bodendecker wie Haselwurz und Ysander bedecken erst nach 2–3 Jahren den Boden mit einem dichten Pflanzenteppich. 

Wenn Sie sich für eine langsamer wachsende Pflanze entscheiden, aber nicht so lange auf Ihren dichten Pflanzenteppich warten möchten, können Sie die Pflanzen von Anfang an dichter setzen. 


Welche Bodendecker sind winterhart?

Winterhart ist nicht gleich winterhart. Für den deutschen Winter sollten Pflanzen Temperaturen von bis zu -15 °C standhalten können. Achten Sie also beim Kauf der Pflanzen für Ihren Bodendecker genau auf die Temperaturangaben. Besonders winterharte Bodendecker sind:

  • Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis)
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Taubnessel (Lamium) 
  • Himalaya-Storchschnabel (Geranium himalayense)
  • Bergenien (Bergenia)
  • Polster-Phlox, auch Teppich-Phlox (Phlox subulata)
  • Teppichsedum (Sedum spurium)

Welche Bodendecker eignen sich gegen Unkraut?

Dicht wachsende und immergrüne Bodendecker schützen Ihren Garten am zuverlässigsten vor Unkraut, da sie das ganze Jahr über kein Licht durchlassen und Unkraut aus Lichtmangel nicht mehr wachsen kann.

Zu den dicht wachsenden Bodendeckern gehören:

  • Ysander (Pachysandra terminalsi)
  • Elfenblume (Epimedium)
  • Purpurglöckchen (Heuchera)
  • Efeu (Hedera helix)
  • Lungenkräuter (Pulmonaria)
  • Storchschnabel (gernaium)
  • Teppichsedum (Sedum spurium)

Je nach Pflanzenart wächst Ihr Bodendecker erst nach 1–3 Jahren zu einem dichten Pflanzenteppich heran. Um Unkräuter bis dahin am Wachsen zu hindern, können Sie Rindenmulch und Hornspäne zwischen die Pflanzen streuen.
 

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