Kirschlorbeer (Lorbeerkirsche)

Immergrün, schnell wachsend und dicht – kein Wunder, dass die Kirschlorbeer-Hecke so beliebt ist. Auch als einzelne Pflanze ziert der Kirschlorbeer viele Gärten und Parks. Seine weißen, traubigen Blüten blühen von Frühling bis Frühsommer und verströmen einen schönen Duft. Heimischen Singvögeln bieten viele Kirschlorbeer-Hecken reichlich Nistmöglichkeiten. 

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gehört zu der Pflanzengattung Prunus aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er wird auch Lorbeerkirsche genannt – was der Wahrheit schon näherkommt. Denn die beliebte Zier- und Heckenpflanze ist kein Lorbeer, sondern mit Kirschen und anderem Steinobst verwandt. Lediglich die Form der Blätter erinnert an den Lorbeer. Seinen Ursprung hat die Lorbeerkirsche in den Ländern Südwestasiens und Südosteuropas, die am Schwarzen Meer liegen.

In unserem Leitfaden erfahren Sie alles rund um den Kirschlorbeer und wie er auch in Ihrem Garten schön gedeiht. 


Beliebte Kirschlorbeer-Sorten 

Kirschlorbeer-Sorten gibt es viele. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in Blattform, Wuchshöhe und Wuchsform. Alle Kirschlorbeer-Sorten sind in der Regel winterhart oder zumindest frosthart, manche trotzen sogar extrem tiefen Temperaturen um die -20 °C.

  • Portugiesischer Kirschlorbeer – der Portugiesische Kirschlorbeer ist keine Sorte des Kirschlorbeers der Art Prunus laurocerasus, sondern seine eigene Art (Prunus lusitanica). Er ist heimisch in Spanien, auf Madeira, den Azoren, Kanaren und natürlich Portugal, wächst aber auch hierzulande zu einer schönen, pflegeleichten Hecke oder einem schönen Einzelstrauch heran. Seine Blätter sind klein und schmal mit dunkelroten Blattstielen. Der Portugiesische Kirschlorbeer ist winterhart, benötigt aber einen geschützten Standort. Hierzulande liegt seine Wuchshöhe bei etwa 3 m. 
  • Kirschlorbeer 'Novita' – robust, gut frostfest und schnittverträglich, eignet sich gut für eine Kirschlorbeer-Hecke. Kirschlorbeer 'Novita' ist schnellwüchsig: Er wächst bis zu einem halben Meter pro Jahr, kann bis zu 3 m hoch und 2 m breit werden und hat große, dunkelgrüne Blätter.
  • Kirschlorbeer 'Genolia' – besonders frostharte Kirschlorbeer-Sorte, eignet sich gut für eine schmale und hohe Kirschlorbeer-Hecke, wächst jedes Jahr 30 bis 40 cm in die Höhe, 10 cm in die Breite und bietet einen guten Sichtschutz. Der Kirschlorbeer 'Genolia' wird bis zu 4 m hoch und 1 m breit, die Blätter sind dunkelgrün und schmal.
  • Kirschlorbeer 'Etna' – winterharte, schnittverträgliche und robuste Kirschlorbeer-Sorte. Kirschlorbeer 'Etna' eignet sich mit seinem dichten Wuchs gut für kleine Hecken, wird sehr schnell blickdicht und lässt sich gut in verschiedene Formen schneiden. Er ist kaum anfällig für gängige Kirschlorbeer-Krankheiten und wird etwa 1,5 m groß und fast genauso breit, die Blätter sind breit.
  • Kirschlorbeer 'Caucasica' – stark wachsender, pflegeleichter und winterharter Kirschlorbeer mit schmalem und aufrechtem Wuchs. Kirschlorbeer 'Caucasica' eignet sich für hohe und schmale Hecken, wird allerdings nicht schnell blickdicht. Kann über 3 m hoch und 1 m breit werden, die Blätter sind sehr groß und länglich.
  • Kirschlorbeer 'Herbergii' – winterhart, robust, anspruchslos und hierzulande ein beliebter Kirschlorbeer. Kirschlorbeer 'Herbergii' eignet sich als Einzelpflanze oder Hecke. Benötigt trotz guter Winterhärte einen relativ geschützten Standort. Diese Kirschlorbeer-Sorte kann bis zu 2,5 m hoch und 1,5 m breit werden, die Blätter sind schmal und dunkelgrün.
  • Kirschlorbeer 'Rotundifolia' – schnell wachsender Kirschlorbeer mit dichtem und breitem Wuchs, eignet sich für große, kaum durchdringbare Kirschlorbeer-Hecken. 'Rotundifolia' ist winterhart, benötigt in kälteren Regionen aber einen geschützten Standort. Wird bis zu 4 m hoch und 2,5 m breit, die Blätter sind sehr breit und hellgrün.

Kirschlorbeer pflanzen 

Sie können fast überall Kirschlorbeer pflanzen. Denn er ist nicht nur wegen seines schnellen und dichten Wuchses eine beliebte Pflanze. Er ist auch relativ anspruchslos, anpassungsfähig und gedeiht an fast jedem Standort und in fast jeder Erde. Das sollten Sie beim Pflanzen des Kirschlorbeers beachten:

Kirschlorbeer pflanzen – der richtige Standort: Kirschlorbeer kann an schattigen, halbschattigen oder sonnigen Standorten stehen. Bedenken Sie in kälteren Regionen aber, dass der Kirschlorbeer an einem sonnigen Standort Schutz vor kalten Ostwinden benötigt, da ihm sonst die Wintersonne zusetzen kann. 

Kirschlorbeer pflanzen – die richtige Erde: Der Kirschlorbeer bevorzugt nährstoffreiche und humose Erde, kann sich aber auch an einen sandigen, lehmigen und trockenen Boden anpassen. Der pH-Wert kann leicht sauer bis alkalisch sein. Einzig Staunässe verträgt er gar nicht – sorgen Sie für gute Drainage.

Kirschlorbeer vermehren: Möchten Sie Ihren Kirschlorbeer vermehren oder selbst ziehen, können Sie Stecklinge in Wasser oder Erde anwurzeln lassen. Sobald die Wurzeln des Kirschlorbeers etwa 5 cm lang sind, pflanzen Sie die Jungpflanze aus. Auch aus Samen können Sie Ihren Kirschlorbeer vermehren, wenn er das nicht schon draußen von alleine getan hat. Dazu legen Sie den Kern der Beere in einen Topf mit Anzuchterde und bedecken ihn nur leicht mit Erde. Besprühen Sie die Erde regelmäßig und halten Sie den keimenden Kirschlorbeer das erste Jahr über kühl, aber frostfrei. 


Kirschlorbeer-Hecke pflanzen

Sie können Kirschlorbeer ganzjährig pflanzen. Wir empfehlen aber, die Hecken im Herbst zu pflanzen, denn nach dem Sommer kann die Pflanze ihre Energie in die Wurzelbildung stecken und nicht in neue Triebe. Und so gehts:

  1. Die Wurzeln des Kirschlorbeers vor dem Einpflanzen gut wässern oder den Wurzelballen eine halbe Stunde ins Wasser stellen.
  2. Erde gut auflockern und Pflanzstellen ausheben, die doppelt so groß wie die Wurzelballen sind.
  3. Abhängig von der Wuchsbreite der spezifischen Kirschlorbeer-Sorte fällt der Pflanzabstand anders aus. Informieren Sie sich vorher. 
  4. Legen Sie das Loch je nach Bodenbeschaffenheit mit einer Drainageschicht aus.
  5. Setzten Sie die Pflanzen ein.
  6. Mischen Sie Hornspäne und/oder Kompost unter die ausgehobene Erde und füllen Sie die Pflanzstellen damit auf.
  7. Treten Sie die Erde gut fest und achten Sie darauf, dass die Pflanzen aufrecht und geradestehen.
  8. Gut angießen und die Erde mit Laub oder Mulch abdecken. Halten Sie den Boden während des ersten Monats feucht.

Kirschlorbeer im Kübel oder Garten pflanzen

Auch im Kübel auf Ihrer Terrasse, Balkon oder in Ihrem Garten können Sie Kirschlorbeer pflanzen. Für Kirschlorbeer im Kübel eignen sich kleinwüchsige und langsam wachsenden Sorten wie etwa 'Otto Luyken'. Worauf Sie beim Pflanzen von Kirschlorbeer im Kübel achten sollten:

  • Pflanzen Sie Ihren Kirschlorbeer in einem Kübel mit mindestens 40 Liter Fassungsvermögen. 
  • Gießwasser muss gut ablaufen können, damit es nicht zu Staunässe kommt. Steht der Kübel auf einem Untersetzer, gießen Sie abgelaufenes Wasser regelmäßig weg.
  • Da der Kirschlorbeer draußen überwintert, muss der Kübel frostfest sein. 
  • Umwickeln Sie den Kübel bei Frost mit Vlies oder Luftpolsterfolie und stellen Sie den Kirschlorbeer an einen geschützten Ort. Gießen Sie die Pflanze nicht bei Frost.
  • An einem sonnigen Standort auf dem Balkon oder Terrasse kann sich Hitze stauen. Sorgen Sie für genügend Schatten oder wählen Sie einen halbschattigen Standort. 
  • Düngen Sie den Kirschlorbeer von Frühling bis Spätsommer etwa monatlich mit einem flüssigen Dünger. 

Kirschlorbeer pflegen

Bei einer so anspruchslosen und robusten Pflanze müssen Sie nicht viel tun, um Ihren Kirschlorbeer zu pflegen:

  1. Kirschlorbeer gießen: Generell benötigt der Kirschlorbeer keine zusätzliche Wasserzufuhr. Nur bei lang anhaltenden Trockenzeiten im Sommer sollten Sie Ihren Kirschlorbeer gießen.
  2. Kirschlorbeer düngen: Düngen Sie Ihren Kirschlorbeer zweimal jährlich zwischen Ende März und Ende Juli. Nutzen Sie einen Langzeitdünger. Alternativ düngen Sie Ihren Kirschlorbeer im Frühling mit Hornmehl und/oder Kompost.
  3. Kirschlorbeer schneiden: Mindestens einmal im Jahr sollten Sie Ihren Kirschlorbeer schneiden. Sie bringen ihn so nicht nur in Form, er bringt durch den Schnitt auch neue, kräftige und dichte Triebe aus. Aber wann schneidet man Kirschlorbeer? Theoretisch können Sie ihn das ganze Jahr über schneiden, außer bei Minustemperaturen (Frostgefahr). Wenn Sie ihn einmal im Jahr schneiden, dann am besten direkt nach der Kirschlorbeer-Blüte.

Für eine besonders ordentliche Hecke oder bei sehr starkem Wuchs schneiden Sie Ihren Kirschlorbeer zweimal im Jahr. Setzten Sie den ersten Schnitt etwa Ende Februar bis Anfang März, wenn die Frostgefahr vorüber ist und bevor neue Triebe kommen. Entfernen Sie in diesem Schnitt auch Äste mit Frostschäden und solche mit kranker Rinde. Den zweiten Schnitt setzen Sie etwa Ende Juni nach der Blüte. 

Da der Kirschlorbeer immergrün ist, nutzen Sie am besten eine manuelle Garten- oder Astschere. Motorbetriebene Scheren zerfleddern beim Schnitt die Blätter und eignen sich besser für Pflanzen, die ihr Laub abwerfen.


Häufige Kirschlorbeer-Krankheiten & Schädlinge

Ohne Frage eine robuste Pflanze, doch es gibt bestimmte Kirschlorbeer-Krankheiten und Schädlinge, mit denen er zu kämpfen hat. Nicht alle Kirschlorbeer-Sorten sind gleichermaßen anfällig für Krankheiten – wenn Sie eine Kirschlorbeer-Hecke planen, informieren Sie sich vorher.

Echter Mehltau

Wenn Sie einen weißen bis braunen, abwischbaren Belag auf der Blattoberseite entdecken, dann hat Ihr Kirschlorbeer Mehltau. Mehltau ist ein Befall von Echten Mehltaupilzen (Erysiphales), zu dem es vor allem bei hohen Temperaturen und Trockenheit kommt – er wird daher auch Schönwetterpilz genannt. Nach dem Befall bekommt Ihr Kirschlorbeer braune Blätter, die vertrocknen und absterben. Was Sie gegen diese Kirschlorbeer-Krankheit tun können: Entfernen und vernichten Sie befallene Pflanzenteile und behandlen Sie die Pflanze zusätzlich mit einem Fungizid.   

Falscher Mehltau

Bei dieser Krankheit handelt es sich um einen Befall von Falschen Mehltaupilzen, zu dem es vor allem bei feuchter Wetterlage kommt – er wird auch Schlechtwetterpilz genannt. Der Falsche Mehltau zeigt sich durch einen weißen Belag und grauen Pilzrasen an der Unterseite und helle Stellen oder gelblich/bräunliche Flecken auf der Oberseite der Blätter. 

Schrotschusskrankheit

Die Schrotschusskrankheit beim Kirschlorbeer wird durch den Pilz Wilsonomyces carpophilus (auch Stigmina carpophila) ausgelöst. Auf den Blättern treten helle Punkte und dann rötlich-braune Verfärbungen auf. Als Immunreaktion auf den Pilzbefall grenzt die Pflanze den Pilz aus, befallenes Blattgewebe vertrocknet und fällt heraus. Die Blätter sehen aus wie von einem Schrotschuss getroffen. Schneiden und vernichten Sie alle betroffenen Pflanzenteile und behandeln Sie die Pflanze mit einem Fungizid. Da die Schrotschusskrankheit beim Kirschlorbeer nur junge Blätter befällt, achten Sie besonders auf die jungen Triebe.

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus) ist einer der häufigsten Kirschlorbeer-Schädlinge. Sie leben im Wurzelbereich und ernähren sich von den Wurzeln, die für die Flüssigkeitsaufnahme sorgen. Die Pflanze kann sich nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen und stirbt irgendwann ab. Mit ihrem Fressschaden machen sie die Hauptwurzel zudem anfällig für Pilzerkrankungen. Was Sie gegen diese Schädlinge tun können? Bekämpfen Sie die Larven mit Fadenwürmern (Nematoden) der Gattung Heterorhabditis. Diese dringen in die Larven ein und geben dort ein Bakterium ab, das die Larve innerhalb von wenigen Tagen abtötet. Bringen Sie die Nematoden im April/Mai und August/September aus.

Braune Blätter

Hat Ihr Kirschlorbeer braune Blätter, kann das viele verschiedene Gründe haben. Untersuchen Sie Ihre Pflanze und den Boden auf Anzeichen für folgende Ursachen: Echter oder Falscher Mehltau, Staunässe, Bodenverdichtung, Frostschäden oder Sonnenbrand.

Gelbe Blätter

Verschiedene Ursachen können bei Ihrem Kirschlorbeer gelbe Blätter hervorrufen: zu viel Wasser durch Staunässe, zu wenig Wasser bei einem trockenen Sommer, Bodenverdichtung, Sonnenbrand oder Frostschäden. Auch auf Stickstoffmangel oder Eisenmangel kann Ihr Kirschlorbeer mit gelben Blättern reagieren.


Ist Kirschlorbeer giftig?

Ja, alle Pflanzenteile des Kirschlorbeers sind giftig, im Besonderen aber die Blätter und die Früchte. Die kleinen, schwarzen Früchte produziert die Pflanze nach der Blüte. Um die Fruchtbildung zu unterbinden, können Sie nach der Blüte den Kirschlorbeer schneiden. 


Wie hoch wird Kirschlorbeer?

Wie hoch Kirschlorbeer wird, hängt zum einen von der Sorte und zum anderen von den Standortbedingen ab. Unter guten Bedingungen können Kirschlorbeer-Sorten wie Kirschlorbeer 'Rotundifolia' oder 'Genolia' 4 m hoch werden, Sorten wie Kirschlorbeer 'Etna' nur 1,5 m.


Wie schnell wächst Kirschlorbeer?

Wie schnell ein Kirschlorbeer wächst, hat mit Standortbedingungen und der Sorte zu tun. In der Regel wachsen alle Kirschlorbeer-Sorten relativ schnell, manche haben es aber besonders eilig und können bis zu einem halben Meter pro Jahr an Höhe gewinnen, wie z. B. Kirschlorbeer 'Novita'. 
 

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