Engerlinge im Rasen

Engerlinge im Rasen

Wenn sich der Rasen teppichartig aufrollen lässt, sind vermutlich Engerlinge am Werk. Diese fressen an den Graswurzeln und verursachen dadurch massive Rasenschäden.

Engerlinge sind eine allgemeine Bezeichnung für die Larven der sogenannten Blatthornkäfer (Scarabaeidae), eine mehr als 27.000 Arten umfassende Familie der Käfer. Häufige Arten von Blatthornkäfern, die bei uns auftreten, sind der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha) der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) und der Junikäfer (Amphimallon solstitiale). Diese Käfer sind auf Wiesen, Feldern, Hecken und an Waldrändern sowie in Gärten zu finden.

 

Schäden

Die erwachsenen Tiere des Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfers treten meist in Massen auf - mit entsprechend großen Fraßschäden an diversen Zierpflanzen und Obstbäumen. Vor allem die Blätter, zum Teil auch Blüten und Knospen, werden befallen.

Unterirdisch erfolgt die Fraßtätigkeit der Larven/Engerlinge: Diese leben während der Vegetationsperiode in einer Bodentiefe von etwa 5 bis 10 cm, wo sie sich von den Wurzeln unterschiedlichster Pflanzen ernähren. Treten Engerlinge im Rasen in großen Mengen auf, können sie ihn dermaßen schädigen, dass seine Grasnarbe braun wird und sich wie ein Teppich aufrollen lässt. Gute Indikatoren für das Vorhandensein von Engerlingen sind Vögel, da sie sich auf befallenen Rasenflächen niederlassen.

Merkmale

Gemeinsamkeiten von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer liegen in ihrer relativ großen Körpergröße und den charakteristisch fächerartig ausgebildeten Fühlern.

  • Maikäfer:
    Der Feldmaikäfer (Melolontha melolontha), der umgangssprachlich "Maikäfer" genannt wird, ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Der circa 20 bis 25 mm große Käfer ist gelblich-braun gefärbt.
  • Junikäfer:
    Der Junikäfer (Amphimallon solstitiale) erreicht eine Größe von circa 14 bis 18 mm, ist braun bis rotbraun gefärbt und kann auch eine schwarze Zeichnung aufweisen. Charakteristisch sind sein meist schwarzer Halsschild mit roten Flecken sowie die gelbbraune Behaarung des Halsschildes und der Flügeldecken.
  • Gartenlaubkäfer:
    Der Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) ist mit einer Größe von nur circa 8 bis 12 mm ein kleiner Vertreter der Blatthornkäfer. Erkennbar ist er an seiner braunen Körperfarbe und dem grün bis grünblau gefärbten, metallisch glänzenden Kopf und Halsschild sowie an seiner dichten Körperbehaarung.

 

Unser Tipp zum Unterscheiden der Engerlinge:

Die Engerlinge von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer lassen sich nur schwer voneinander unterscheiden. Sie haben alle einen weißlich gelben, c-förmig gekrümmten Körper, eine braune Kopfkapsel und drei deutlich sichtbare Beinpaare. Unterschiedlich ist jedoch ihre Größe: die Engerlinge des Maikäfers sind am größten (bis zu 6 cm), gefolgt von jenen des Junikäfers (bis zu 3 cm) und des Gartenlaubkäfers (bis zu 1,8 cm).

Am leichtesten hingegen ist die Unterscheidung, wenn das Kriechverhalten der Engerlinge auf einer flachen Unterlage beobachtet wird:

  • Maikäfer-Engerlinge:

behalten ihre gekrümmte Körperhaltung bei

  • Junikäfer-Engerlinge:

strecken sich und kriechen in Bauchlage

  • Gartenlaubkäfer-Engerlinge:

kriechen in Bauchlage

 

Lebenszyklus

Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer weisen einen ähnlichen Entwicklungszyklus auf: Im Frühjahr bis Frühsommer treten die erwachsenen Käfer auf. Sie schwärmen zu Laubbäumen und Gartenpflanzen aus, wo sie ihre Fraßtätigkeit aufnehmen. Nach 2 bis 3 Wochen kriechen die Weibchen in den Boden, wo sie etwa 10 bis 40 Eier ablegen. Nach circa 3 bis 5 Wochen schlüpfen die Engerlinge (Larven), die an den Pflanzenwurzeln fressen. Je nach Art leben die Engerlinge ungefähr 1 bis 3 Jahre im Boden ehe sie sich verpuppen und die erwachsenen Käfer im Frühjahr erscheinen. Der Gartenlaubkäfer vollzieht einen einjährigen und der Junikäfer meist einen zweijährigen Entwicklungszyklus. Die Engerlinge des Maikäfers leben sogar bis zu drei Jahre im Boden, währenddessen sie enorme Mengen an Wurzelmasse vertilgen.

 

Maßnahmen

  • Durch Absammeln und mechanische Bodenbearbeitungen (z. B. mittels Fräse, Nadelwalze) kann die Anzahl der Engerlinge im Boden dezimiert werden.
  • Bei Auftreten der Käfer an Zierpflanzen empfehlen sich Spritzungen mittels Celaflor Schädlingsfrei Careo Konzentrat für Zierpflanzen** (10 ml / 1 l Wasser). Alternativ eignet sich das anwendungsfertige Celaflor Schädlingsfrei Careo Rosenspray** oder Celaflor Schädlingsfrei Careo Spray**. Die Careo-Produkte** zeichnen sich durch ihre Kontakt- und vollsystemische Wirkung aus. Es können damit nahezu alle Schädlinge an Zierpflanzen bekämpft werden, sowohl beißende als auch saugende. Da der Wirkstoff in den Leitungsbahnen der gesamten Pflanze transportiert und im Neuzuwachs verteilt wird, werden saugende Schädlinge wie z. B. Blattläuse auch dann bekämpft, wenn sie nicht direkt getroffen werden. Außerdem verfügen die Careo-Produkte** in der Regel über eine gute Pflanzenverträglichkeit und sind nicht bienengefährlich!
  • Bitte beachten: Eine Bekämpfung von Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfer ist nur dann erfolgreich, wenn die Anwendung unter Kenntnis und Berücksichtigung der genauen Flugzeiten und Anflugbäume erfolgt!
  • Zur direkten Bekämpfung der Larven empfiehlt sich eine Gießanwendung mit Celaflor Schädlingsfrei Careo Konzentrat für Zierpflanzen** (60 ml / 1 l Wasser für 10 l Substrat) an Zierpflanzen in Topf und Container​