„Ungräser“ im Rasen

„Ungräser“ im Rasen

Manche Grasarten können sich im Rasen besonders rasch ausbreiten und durch ihren kräftigen Wuchs die Rasenfläche dominieren.

"Ungräser" sind von den herkömmlichen, sogenannten "zweikeimblättrigen" Unkräutern wie Löwenzahn, Gundermann und vielen weiteren Arten zu unterscheiden: Bei zweikeimblättrigen Unkräutern entwickelt der junge Pflanzenkeimling zwei Keimblätter (die ersten Blätter einer Pflanze). "Ungräser" hingen bilden nur ein Keimblatt aus, weshalb sie auch als "einkeimblättrige Unkräuter" bezeichnet werden.

"Ungräser" sind unerwünschte Grasarten im Rasen, die sich meist durch eine rasche Vermehrung, dichten Wuchs und große Konkurrenzstärke auszeichnen. Auf diese Weise verdrängen sie die erwünschten Rasengräser und stören auch die Optik der Rasenfläche. Vor allem wenn der Rasen Kahlstellen aufweist, können Ungräser dominant werden.

Ein Gras, das mittlerweile sehr häufig im Rasen auftritt und dichte Horste bildet, ist beispielsweise die Hirse. Es werden verschiedene Arten unterschieden, wie etwa die Hühner-Hirse (Echinochloa crus-galli). Die Hirse ist Wärme liebend und kann sich vor allem in neu angesäten und lückigen Rasenflächen ab einer Bodentemperatur von 20°C rasch ausbreiten. Da sie einjährig ist, stirbt die Hirse im Herbst bzw. bei Temperaturen von weniger als 15°C ab.

 

Vorbeugung

Der Rasen hat die beste Chance, sich gegen die Ausbreitung unerwünschter Gräser zu wehren, wenn seine Grasnarbe dicht geschlossen ist. Vor allem die Rasenneuanlage ist ein kritischer Zeitpunkt. Um zu verhindern, dass "Ungräser" die frisch gesäte Rasenfläche einnehmen, sollten möglichst optimale Bedingungen für eine rasche Entwicklung der Rasensamen herrschen: Nach einer entsprechenden Bodenbearbeitung sorgt Substral Start Rasendünger für eine optimale Nährstoffversorgung. Die Samen dürfen nicht austrocknen, weshalb auf eine gute Bewässerung zu achten ist!

Auch bei einem bestehenden Rasen kann durch entsprechende Pflegemaßnahmen die Grasnarbe geschlossen gehalten werden:

  • Nährstoffversorgung: Im Frühjahr sollte eine erste und im Sommer eine zweite Rasendüngung vorgenommen werden, etwa mit Substral Rasen-Dünger mit Langzeitwirkung. Durch diese Nährstoffzufuhr richten sich auch flach wachsende Ungräser, die mechanisch nur schwer erfasst werden können, wie z. B. die Hirse auf. Diese können anschließend abgemäht werden.
  • Regmeläßige Mahd: Während der Wachstumszeit sollte der Rasen alle 5 bis 7 Tage gemäht werden, damit er eine dichte Grasnarbe entwickelt. Aber bitte nicht zu tief mähen! Zierrasen wird am besten auf eine Höhe von 4 cm und Spiel-/Gebrauchsrasen auf 5 cm geschnitten. Vor allem nach Neueinsaaten können einige Ungräser durch regelmäßiges Mähen stark zurückgedrängt werden. Außerdem wird dadurch verhindert, dass sie bis zur Samenreife heranwachsen und sich stark vermehren können.
  • Ausreichend bewässern: Nicht täglich in kleinen Mengen wässern, sondern großzügig ein- bis zweimal pro Woche jeweils circa 10 bis 20 Liter Wasser pro m².

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Bekämpfung:

Löwenzahn und andere zweikeimblättrige Unkräuter können effizient mit Celaflor Rasen-Unkrautfrei Weedex** bekämpft werden. Dieser Rasen-Unkrautvernichter wirkt selektiv gegen zweikeimblättrige Unkräuter, während der Rasen nicht geschädigt wird. Diese gute Rasenverträglichkeit bedeutet jedoch, dass Ungräser damit leider nicht bekämpft werden können. Möglichkeiten, um unerwünschte Gräser aus dem Rasen zu entfernen sind:

  • Ausreißen: Bei lokaler Ausbreitung oder auf kleinen Flächen können Ungräser per Hand ausgerissen werden. Von einem mechanischen Einsatz mit der Hacke ist bei einigen Ungräsern abzuraten: Bei der Quecke beispielsweise würde ein Umbruch die unterirdischen Rhizome teilen und dadurch die Ausbreitung noch weiter fördern.
  • Vertikutieren: Rasenfilz, Unkräuter und Ungräser werden entfernt. Nicht zu tief vornehmen, da ansonsten Ungräser gefördert werden! Wenn noch keine Düngung vorgenommen wurde, sollte dies nach dem Vertikutieren erfolgen, damit die erwünschten Rasengräser rasch wachsen. Der beste Zeitpunkt zum Vertikutieren ist neben dem Frühjahr der Herbst.
  • Nachsäen: Nach dem Vertikutieren sollten Lücken durch Nachsäen so rasch wie möglich geschlossen werden.
  • Rasenneuanlage: Wenn sich Ungräser, oder andere Unkräuter, massiv im Rasen ausbreiten und auch mit den genannten Pflegemaßnahmen nicht in den Griff bekommen lassen, ist eine Rasenneuanlage zu überlegen. Hier empfiehlt sich eine Behandlung mit dem Totalunkrautvernichter Roundup LB Plus Unkrautfrei**, um den Altrasen abzutöten und anschließend eine Neueinsaat durchzuführen.