Die Schildlaus

Gut mittels Deckel, Schild oder Wachsüberzug geschützt, saugen Schildläuse an zahlreichen Pflanzen im Freiland, Gewächshaus und in Innenräumen.

Neben Blattläusen zählen Schildläuse zu den bedeutendsten saugenden Pflanzenschädlingen. Die große Gruppe der Schildläuse (Coccoidea) umfasst mehrere Familien, am häufigsten sind Deckelschildläuse, Napfschildläuse und Wollläuse. Weltweit gibt es circa 6.000 bis 7.000 Schildlausarten, die vor allem in den Tropen und Subtropen verbreitet sind, etwa 250 Arten kommen davon bei uns vor.

 

Merkmale

Je nach Art unterscheidet sich das Aussehen der Schildläuse: Sie können weiß, grau, braun oder schwarz gefärbt sein. Meist sind sie nur 1 bis 3 mm groß, rundlich bis oval. Namensgebend bilden einige Schildlausarten schuppenförmige oder auch kugelige Schilde, die den gesamten Körper der Tiere bedecken. Diese wachsartigen Gebilde wirken als Schutz vor ungünstigen Witterungseinflüssen und Fressfeinden. Im Gegensatz zu den kugelig gewölbten Napfschildläusen sind die meist flacheren Deckelschildläuse nicht mit dem Schild verwachsen.

 

Schaden

Schildläuse saugen an Blättern und Zweigen, selten an Früchten. Ein Befall kann so massenhaft sein, dass betroffene Pflanzenteile wie von einer "Kruste" überzogen aussehen. Häufig tritt aufgrund dieser Saugtätigkeit Honigtau auf, auf welchem sich nachfolgende Rußtaupilze ansiedeln. Befallene Pflanzen werden unansehnlich und massiv geschwächt.

 

Die Weibchen sitzen fest

Bei den Schildläusen unterscheiden sich Männchen und Weibchen meist deutlich voneinander: Die Weibchen sind zunächst beweglich, setzen sich dann aber an einer Pflanzenstelle fest und entwickeln ihren Schild. Unter diesem legen sie bis zu 3.000 Eier ab, die entsprechend gut geschützt sind. Selbst wenn die Weibchen sterben, bleibt der Schild als Überwinterungsschutz für die Nachkommen erhalten. Die Männchen sind meist kleiner und oft geflügelt. Im Freiland treten meist zwei bis drei, in Innenräumen sogar bis zu sechs Generationen auf.

 

Schon gesehen?

Schildläuse treten an nahezu allen Pflanzen auf, wie Obst- und Ziergehölze, sogar Nadelbäume. Schildläuse sind auch häufige Schädlinge an beliebten Kübelpflanzen wie z. B. Oleander oder Zitruspflanzen. Auch Orchideen und Kakteen werden befallen. Besonders auffällig sind beispielsweise:

  • Spindelstrauch-Schildlaus:
    Ein "weißer Belag" auf Blättern und Trieben des Spindelstrauches deutet auf diesen häufigen Schädling hin. Während die Weibchen braun gefärbt und weniger zahlreich sind, fallen vor allem die weißen, länglichen Schilde der Männchen auf.
  • Kommaschildlaus:
    Charakteristisch ist ihr bräunlicher, länglich bis kommaförmiger Schild. Sie zählt zu den Deckelschildläusen und befällt vor allem Obstbäume, aber auch Buchs und andere Ziergehölze.
  • Wollige Napfschildlaus:
    Zusätzlich zum Schild bildet sie weiße Anhängsel aus Wachs, sogenannte "Eisäcke", in welche die Eier abgelegt werden.