Kartoffeln pflanzen

Kartoffeln sind aus unserer Küche nicht wegzudenken. Von bescheidenen bis raffiniert, geröstet, püriert, gewürfelt oder in Streifen - sie sind als wunderbar vielseitiges Gemüse die Grundlage verschiedenster leckerer Gerichte. 

Kartoffeln (Solanum tuberosum) sind Knollen, die an der Wurzel der Pflanze ausgebildet werden. Die Pflanze produziert über der Erde ungefähr einen Meter hohe Laubtriebe mit weißen oder rosa-violetten Blüten. 

Diese essbaren Knollen sind reich an Kohlenhydraten und Kalium. Es ist einfach, Kartoffeln zu Hause im Garten und sogar in Kübeln anzubauen und mit ein paar Pflanzen kann man schon viele Kartoffeln ernten. 


Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen von Kartoffeln

Planting potatoes

Nehmen Sie sich etwas Zeit, Kartoffelsorten zu recherchieren, bevor Sie Ihre Saatkartoffeln kaufen. Es gibt die verschiedensten Sorten für unterschiedliche Ansprüche. Auch die Art der Zubereitung ist entscheidend. Frühe Kartoffeln sind meistens klein und eignen sich perfekt zum Kochen und für Salate, weil sie weniger Stärke enthalten. Größere Kartoffeln mit mehr Stärke zerfallen leichter und eignen sich als Backkartoffeln und für Kartoffelpüree.

Kartoffelsorten werden in drei Gruppen eingeteilt. Es gibt frühe Sorten, mittelfrühe Sorten und späte Sorten. Der Zeitpunkt des Pflanzens und auch der Ernte ist je nach Sorte also früher oder später. Aber auch das Klima Ihrer Region ist entscheidend. Pflanzen Sie auf jeden Fall erst, wenn die Gefahr von Spätfrösten vorbei ist oder treffen Sie Vorkehrungen, die Pflanzen besonders zu schützen. 

  • Frühe Kartoffeln tragen schnell Ernte. Vorgekeimte Kartoffeln werden Anfang bis Mitte April ins Freilandbeet gepflanzt und sind im Juni, zur besten Spargelzeit, erntereif. Die kleinen, dünnschaligen Kartoffeln werden auch oft Neue Kartoffeln genannt. Sie schmecken süß und sind frisch geerntet am leckersten. Zum Lagern eignen sie sich nicht.
  • Mittelfrühe Kartoffeln werden ab Mitte April gepflanzt und im Juli und August geerntet. Diese Sorten sind größer als Frühkartoffeln, aber kleiner als späte Sorten. 
  • Ab Mitte Mai können dann die späten Kartoffeln gepflanzt werden. Die großen Knollen werden zwischen September und Oktober geerntet und sind, richtig gelagert, den ganzen Winter über haltbar. 

Das brauchen Sie für den Kartoffelanbau:

1.    Saat- oder Pflanzkartoffeln
2.    Speziellen Dünger für Kartoffeln oder andere Starkzehrer
3.    Einen tiefen Kübel oder Pflanzsack
4.    Pflanzkelle
5.    Grabegabel oder Spaten
6.    Gartenvlies oder Pflanzhüte
7.    Gießkanne
8.    Kisten, Jutesäcke oder Taschen für die Lagerung


Anleitung zum Pflanzen von Kartoffeln

Theoretisch können Sie zum Pflanzen auch alte, schon sprießende Kartoffeln aus Ihrer Kartoffelkiste in der Vorratskammer nehmen, aber besser eignen sich zertifizierte Saatkartoffeln. Diese sind garantiert frei von Krankheiten oder Schädlingen. Oft sind Saatkartoffeln ab März im Handel oder online erhältlich. 

Um robuste Pflanzen mit großem Erntepotential zu erhalten, lohnt es sich, Saatkartoffeln vorkeimen zu lassen. Nachdem die Keimruhe mit 2 bis 3 Tagen an einem warmen Ort gebrochen wird, werden die Kartoffeln in Schachteln oder Eierkartons an einen hellen, aber kühlen Platz gestellt. Dort keimen die Kartoffeln bis die Sprosse 2 bis 3 Zentimeter kurz und kräftig sind. Mit den Kartoffeln müssen Sie dann vorsichtig umgehen, um die Keime nicht abzubrechen. Sollten Sie keine Zeit zum Vorkeimen haben, können Sie die Kartoffeln trotzdem pflanzen. Sie keimen auch unter der Erde, aber es kann länger dauern, bis Sie die ersten Triebe sehen. 

Kartoffeln im Freilandbeet pflanzen 

  • Kartoffeln wachsen in den meisten Böden, bringen aber in lockerem, fruchtbarem Boden an einem sonnigen Standort die höchsten Erträge. 
  • Kartoffeln sind Starkzehrer und benötigen viele Nährstoffe. Im Herbst vor der Pflanzung können Sie Hornspäne und abgelagerten Mist unter die Erde heben. Kurz vor der Pflanzung mischen Sie am besten auch noch einmal Mist oder Kompost und Hornspäne ins Pflanzloch. Alternativ können Sie Kartoffeln bei der Pflanzung mit einem Langzeitdünger düngen. 
  • Ziehen Sie flache Gräben von 8 bis 15 Zentimetern Tiefe und setzen Sie die Kartoffeln mit den Sprossen oder Augen nach oben hinein. Der Pflanzabstand sollte ungefähr 30 Zentimeter betragen. 
  • Jetzt können Sie die Saatkartoffeln mit einer dünnen Schicht Erde bedecken und wässern. Wenn noch Spätfröste drohen, schützen Sie Ihre Kartoffeln am besten mit einem Pflanzvlies. Bevor die Kartoffel noch keine Keimblätter ausgebildet hat, müssen Sie noch nicht allzu oft wässern. Es besteht die Gefahr, dass die Saatkartoffeln im nassen Boden faulen.  

Kartoffeln in Kübeln oder Pflanzsäcken pflanzen 

Wenn Sie in Ihrem Garten wenig Platz haben oder der Boden ein schwerer Lehmboden ist, können Sie auch Kartoffeln in Hochbeeten, Kübeln oder Pflanzsäcken. Da diese Varianten nur begrenzt Platz für die Knollen bieten, ist es einfacher, frühe oder mittelfrühe Sorten mit kleineren Knollen zu wählen.

  • Rechnen Sie ungefähr 10 Liter Erde für jede Saatkartoffel. In einen 40 Liter Kübel passen also bis zu vier Kartoffelpflanzen. 
  • Verwenden Sie qualitativ hochwertige Erde und Dünger. Stellen Sie außerdem sicher, dass Pflanzsack, Kübel und Hochbeet Drainagelöcher haben, damit sich keine Staunässe bildet. 
  • Zu Beginn füllen Sie den Kübel zu einem Viertel mit Erde. Dann setzen Sie die Pflanzkartoffel mit den Sprossen oder Augen nach oben auf die Erde. 
  • Die Saatkartoffeln werden jetzt mit mehr Erde bedeckt. Gründlich wässern und warten. 
  • Nach einigen Wochen sind 20 Zentimeter hohe Pflanzen gewachsen. Jetzt können Sie wieder Gemüseerde oder Erde an die Kartoffelpflanzen geben, bis nur noch die Blätter herausschauen. Diesen Vorgang nennt man ‘anhäufeln’ und wird noch 2 bis 3 Mal wiederholt. 

So wird es eine reiche Kartoffelernte:

Während der Wachstumsphase gießen Sie die Kartoffeln regelmäßig, ganz besonders in trockenen Phasen. Mit stickstoffreichem Dünger oder Pflanzennahrung versorgt, findet die Pflanze genug Nährstoffe um viele Knollen zu bilden. Beginnt die Kartoffel zu blühen, ist das ein Zeichen, dass die Knollen ausgebildet werden. 

Wenn Sie weiterhin die Kartoffeln wie oben beschrieben anhäufeln, bleiben die Wurzeln kühl und die Kartoffeln, die knapp unter der Erde wachsen, bleiben von der Sonne verschont. Das könnte nämlich die Knollen grün und giftig werden lassen. 

Die jungen Triebe der Kartoffelpflanze sind kälteempfindlich. Sollten sich Fröste ankündigen, können Sie sie mit Pflanzhüten oder Gartenvlies abdecken. Das ist ein Vorteil beim Anbau im Kübel - diese lassen sich leicht an einen geschützten Ort bringen, wenn Frostgefahr droht. 


Krankheiten und Schädlinge an Kartoffeln 

Kartoffeln können unter Umständen anfällig für Schädlinge wie Schnecken, Nematoden und Kartoffelkäfer sein. Pflanzenkrankheiten wie Kartoffelfäule (Braunfäule) oder die Knollenfäule treten bei warm-feuchtem Wetter auf. 

Um das zu vermeiden, pflanzen Sie Kartoffeln immer mit genügend Abstand, damit eine Pflanze nicht die anderen anstecken kann. Achten Sie darauf, nicht die Blätter zu gießen und wenn möglich, wählen Sie fäuleresistente Kartoffelsorten wie ‚Setanta‘ oder ‚Sarpo Mira‘. Frühe Sorten sind auch weniger fäuleanfällig, weil bei kühlem Wetter die Pilzsporen, die die Fäule verursachen, noch nicht aktiv sind. 


Wann werden Kartoffeln geerntet?

Sobald die hübschen violetten oder weißen Blüten der Kartoffel abgestorben sind, können die Knollen geerntet werden. Einige Gärtner haben gute Erfahrung damit gemacht, nach der Blüte noch einige Wochen zu warten, um besonders dicke Knollen ernten zu können. 

Spätestens wenn Blätter und Stängel beginnen, sich gelb zu färben und absterben, ist es ein guter Zeitpunkt, die Kartoffeln zu ernten. Dann können Sie auch mit dem Wässern aufhören. Besonders einfach und sauber bleibt die Ernte, wenn Sie nach dem Wässern oder dem letzten Regen den Knollen ein oder zwei Tage Zeit zum Trocknen geben. 


Gewusst wie: Kartoffeln ernten

Graben Sie die ganze Pflanze mit einer Grabegabel oder einem Spaten aus. Achten Sie dabei darauf, die Knollen dabei nicht zu beschädigen. Einige Kartoffeln werden leicht abfallen, bei anderen muss man etwas nachhelfen, um sie von den Wurzeln lösen. 

Legen Sie die Kartoffeln nach der Ernte an einen trockenen Platz, um sie abtrocknen zu lassen. Die Erde an den Kartoffeln kann so leichter abgewaschen werden. Die ersten Kartoffeln können Sie gleich zubereiten! Wenn Sie die Kartoffeln einlagern möchten, lassen Sie die Erde an der Kartoffel, denn so bleibt sie länger frisch. Mit diesem Test können Sie entscheiden, welche Kartoffeln Sie gut einlagern können: Drücken sie die Haut der Kartoffel mit Ihrem Finger. Bricht die Haut leicht auf, ist es besser die Kartoffeln bald zu essen. Die Kartoffeln mit einer festeren Haut eignen sich gut zum Einlagern. Sammeln Sie die Kartoffelknollen in Kisten oder Säcken aus Papier oder Sackleinen und legen Sie sie an einen dunklen und kühlen Platz. 


Probieren Sie es aus - Kartoffeln selber anzubauen ist auch bei wenig Platz im Garten nicht kompliziert. Und unvergleichlich lecker sind selbstgeerntete Kartoffeln obendrein!
 

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