Rasen aerifizieren: Alles zur Vorgehensweise
Rasenpflege

Rasen aerifizieren: Alles zur Vorgehensweise

Wie und wann du deinen Rasen lüften solltest

Was bewirkt das Lüften für einen Rasen? Ganz einfach: Es gehört zu den effektivsten Methoden, um ihn gesund und kräftig zu halten. Gleichzeitig kann es helfen, verdichtete oder moosige Flächen wieder in sattgrüne Rasenbereiche zu verwandeln. In diesem Leitfaden zur Rasenlüftung erfährst du alles, was du über das Wie und Wann des Rasenlüftens wissen musst.

Was heißt Rasenbelüftung?

Den Rasen zu aerifizieren bedeutet, gezielt eine Reihe von Löchern in den Boden unter dem Gras zu stechen. Dadurch werden verdichtete Bodenschichten aufgelockert und Luft sowie Wasser können wieder bis zu den Wurzeln vordringen. Die Rasenbelüftung kannst du entweder manuell oder mit mechanischen Geräten durchführen, je nach Größe und Zustand deiner Rasenfläche.

Warum du deinen Rasen belüften solltest

Das Aerifizieren deines Rasens ist eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um ihn dauerhaft gesund zu halten. Es verbessert die Entwässerung, reduziert Bodenverdichtung und sorgt dafür, dass Luft und Wasser die Graswurzeln erreichen. So können die Wurzeln besser „atmen“ und die Nährstoffe aufnehmen, die sie für dichtes, kräftiges Wachstum benötigen. Zusätzlich hilft das Rasenbelüften dabei, Rasenfilz aufzubrechen. Diese Schicht aus abgestorbenen Grashalmen und Pflanzenresten sammelt sich an der Oberfläche und kann verhindern, dass Wasser in den Boden gelangt. Durch das Aerifizieren entstehen Öffnungen, durch die Wasser und Nährstoffe wieder ungehindert einsickern können.

Werkzeuge zur Rasenbelüftung

Je nach Größe deiner Rasenfläche und der Bodenart kommen unterschiedliche Werkzeuge zum Einsatz. Das sind die gängigsten Optionen für die Rasenbelüftung:

Grabegabel

Eine Grabegabel ist eines der einfachsten Werkzeuge zum Rasen belüften. Viele Hobbygärtner haben sie ohnehin im Schuppen stehen. Das Aerifizieren mit einer Grabegabel kann allerdings recht anstrengend sein und eignet sich daher vor allem für kleinere Rasenflächen. Bei schwerem Lehmboden greifst du besser zu einem Hohlzinken-Aerifizierer.

Hohlzinken-Aerifizierer

Grabegabeln und Spike (Nagel)-Aerifizierer sind bei schweren Lehmböden oder stark verdichteten Flächen oft weniger effektiv, da sich die gestochenen Löcher schnell wieder schließen. Ein Hohlzinken-Aerifizierer ist hier die bessere Wahl. Seine hohlen Zinken ziehen kleine Erdpfropfen aus dem Boden. Beim Herausziehen bleiben saubere Löcher zurück, die länger geöffnet bleiben und die Bodenstruktur nachhaltig verbessern.

Wie du einen Rasen mit einer Grabegabel oder einem Hohlzinken-Aerifizierer belüftest

Um deinen Rasen mit einer Grabegabel zu belüften, drückst du die Zinken mindestens 12,5 cm tief in den Boden. Während die Gabel im Erdreich steckt, übst du sanften Druck auf den Griff aus, sodass sich der Boden rund um die Zinken leicht anhebt. Dadurch wird verdichtetes Terrain gelockert. Danach ziehst du die Gabel heraus, setzt sie an der nächsten Stelle an und wiederholst den Vorgang, bis die gesamte Fläche bearbeitet ist.

Beim Hohlzinken-Aerifizierer drückst du die Zinken so tief wie möglich in den Boden. Beim Herausziehen lösen sich die Erdkerne und fallen auf die Rasenoberfläche. Setze das Gerät versetzt erneut an und arbeite dich systematisch über den Rasen. Nach dem Aerifizieren kehrst du die Erdkerne zusammen und gibst sie auf den Kompost oder verteilst sie in deinen Beeten.

Spike-Aerifizierer als Rasenbelüfter: Walze oder Nagelschuhe zur Nivelliermasse

Ein Spike-Aerifizierer besteht meist aus einer rotierenden Walze mit Spikes und einem Griff. Du schiebst ihn ähnlich wie einen Rasenmäher über den Rasen. Währenddessen dringen die Spikes in den Boden ein und lockern ihn auf. Diese Methode ist schneller als die Arbeit mit einer Grabegabel, erfordert aber dennoch Kraft. Sie eignet sich vor allem für kleinere Flächen. Bei schweren Lehmböden bleibt ein Hohlzinken-Aerifizierer die bessere Wahl.

Für kleinere Unebenheiten kannst du auch Nagelschuhe in Kombination mit einer Mischung aus Substral® Rasen Erde und Rasensand einsetzen. Die Nagelschuhe schnallst du dir einfach unter die Schuhe und gehst damit über den Rasen, nachdem du die Erd-Sand-Mischung verteilt hast. So trittst du den Bodenverbesserer gleichmäßig in die Grasnarbe ein, ohne die Oberfläche zu stark zu glätten oder das Gras zu beschädigen.

Eine Erd-Sand-Mischung eignet sich besonders gut, um leichte Senken auszugleichen und die Rasenfläche insgesamt ebenmäßiger zu gestalten. Sie wird dünn aufgetragen und arbeitet sich mit der Zeit in den Boden ein, während das Gras hindurchwächst. Achte darauf, nur feine Schichten aufzubringen, damit die Halme nicht ersticken und sich der Rasen gleichmäßig erholen kann. 

Den Rasen elektrisch lüften: Motorisierte Aerifizierer

Das manuelle Lüften kann bei großen Rasenflächen schnell anstrengend werden. In diesem Fall lohnt sich ein mechanischer Aerifizierer. Diese Geräte kannst du mieten und viele Modelle übernehmen zusätzlich das Vertikutieren. Manche motorisierten Aerifizierer schneiden Schlitze in den Boden, statt Löcher zu stechen oder Erdpfropfen zu entfernen. Auch diese Schlitze verbessern die Luft- und Wasserzufuhr und fördern ein gesundes Wurzelwachstum. 

Wie du deinen Rasen lüftest

Bevor du mit dem Belüften beginnst, mähst du den Rasen auf eine niedrige Schnitthöhe von etwa zwei bis drei Zentimetern. Danach bearbeitest du die Fläche mit einem Aerifizierer und harkst kräftig in verschiedene Richtungen, um die Filzschicht zu entfernen. Sammle das herausgeharkte Material ein und entsorge es auf dem Kompost oder in der Biotonne. Prinzipiell kann nach jedem Mähen auch aerifiziert werden, je nach Bedarf.

Beim manuellen Lüften arbeitest du dich gleichmäßig über den Rasen und stichst in regelmäßigen Abständen Löcher in den Boden. Ein Abstand von etwa 15 bis 30 cm zwischen den Einstichen ist ein guter Richtwert. Arbeite dabei in geraden Linien, quer oder längs, ähnlich wie beim Rasenmähen. So stellst du sicher, dass keine Bereiche ausgelassen werden.

Verwendest du einen mechanischen Aerifizierer, bearbeitest du zuerst oder zuletzt einen Streifen entlang des äußeren Randes. So deckst du auch die Bereiche ab, die du zum Wenden der Maschine benötigst. Ist dein Rasen sehr groß, konzentrierst du dich zunächst auf die am stärksten verdichteten Stellen. Diese erkennst du meist an dünnem, fleckigem Gras und verstärktem Mooswachstum. Du musst nicht alles an einem Tag erledigen. Teile die Fläche in Abschnitte auf und arbeite sie nach und nach ab. 

Was du nach dem Rasen belüften tun solltest

Nach dem Aerifizieren schwerer Böden lohnt es sich, eine Deckschicht aufzubringen. Diese Mischung aus organischem Material wie Kompost oder Substral® Rasen Erde, Sand und Dünger wird in die entstandenen Löcher eingebürstet und verbessert Bodenstruktur, Drainage und die allgemeine Rasengesundheit. Gleichzeitig gleicht sie kleine Unebenheiten aus. Verteile kleine Haufen der Deckschicht auf dem Rasen und arbeite sie mit einer Rasenbürste oder der Rückseite eines Rechens ein.

Zum Abschluss gibst du dünnen oder lückigen Bereichen einen Extraschub. Streue Substral® Rasensamen auf die mit Deckschicht behandelten Stellen oder mische die Samen direkt in die Deckschicht mit ein, bevor du sie verteilst. 

Vertikutieren oder Aerifizieren: Wann du deinen Rasen aerifizieren solltest

Treten kahle Stellen im Rasen oder vermehrt unerwünschtes Wildkraut oder Moos auf, könnte das ein Hinweis auf erforderliches Aerifizieren sein. Zwar braucht man nicht unbedingt jedes Mal nach dem Rasenmähen zu aerifizieren, aber den Rasen regelmäßig belüften hilft, Rasenfilz vom Boden zu entfernen. Das Vertikutieren ist wiederum eine intensivere Behandlung, da es die Wurzeln stärker beansprucht und so die Bestockung anregt. Beim Vertikutieren wird eine Substral® Reparaturmischung am besten direkt im Anschluss eingesetzt.

Den Rasen aerifizierst du am besten dann, wenn er aktiv wächst und sich schnell erholen kann. Ideale Zeiträume sind das Frühjahr, etwa von April bis Mai, sowie der Frühherbst zwischen September und Oktober. In diesen Phasen sind die Bodentemperaturen günstig und die Graswurzeln nehmen Wasser und Nährstoffe besonders gut auf. Vermeide das Aerifizieren bei großer Hitze, anhaltender Trockenheit oder während der Winterruhe. Unter diesen Bedingungen würde der Rasen unnötig gestresst und regeneriert sich deutlich langsamer.  

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Hohlzinken-Aerifizieren und Spike-Aerifizieren?

Bei der Belüftung mit Hohlzinken werden mit hohlen Zinken kleine Erdpfropfen aus dem Boden entfernt, um Verdichtungen gezielt zu reduzieren. Das Belüften mit Nagel-Spikes sticht Löcher mit festen Zinken in den Boden, etwa mit einer Grabegabel. Auf schweren oder stark verdichteten Böden ist die Belüftung mit Hohlzinken deutlich wirksamer.

Ist eine Aerifizierung für neue Rasenflächen notwendig?

Neue Rasenflächen solltest du nicht direkt nach der Aussaat oder dem Verlegen belüften. Warte mindestens sechs Monate, bevor du frisch verlegten Rollrasen aerifizierst, damit sich die Wurzeln gut etablieren können. Bei neu gesätem Rasen wartest du, bis das Gras kräftig und dicht wächst.

Sollte man den Rasen im Sommer belüften?

Die beste Zeit zum Rasen belüften ist im Frühjahr von April bis Mai oder im Frühherbst von September bis Oktober. In diesen Phasen wächst die Rasenwurzel aktiv und kann sich schnell von Verletzungen regenerieren. Vermeide das Lüften im Hochsommer bei Hitze und Trockenheit sowie im Winter, wenn der Rasen ruht.

Wie oft sollte man den Rasen belüften?

Die meisten Rasenflächen profitieren von einer jährlichen Aerifizierung, vor allem bei starker Nutzung oder schweren Lehmböden. Leichte, sandige Böden müssen oft nur alle zwei bis drei Jahre belüftet werden.

Kann man den Rasen mit einer Harke belüften?

Eine Harke kann die Oberfläche leicht auflockern, ersetzt aber keine richtige Aerifizierung. Für nachhaltige Ergebnisse nutzt man besser eine Grabegabel, einen Hohlzinken-Aerifizierer oder ein mechanisches Gerät. 

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