Rasenkrankheiten erkennen, behandeln und vorbeugen
Unser Leitfaden zu den häufigsten Rasenkrankheiten
Genau wie andere Pflanzen in deinem Garten können auch Rasengräser von Krankheiten befallen werden. Die gute Nachricht? Die meisten verursachen keine ernsthaften langfristigen Schäden, besonders wenn dein Rasen gut gepflegt wird. Ein kräftiger, gesunder Rasen ist die beste Verteidigung, daher sind regelmäßiges Düngen, Aerifizieren, Vertikutieren und eine richtige Mähroutine entscheidend.
Häufige Rasenkrankheiten: Pilze im Rasen bestimmen
Rotspitzigkeit (Laetisaria fuciformis, Corticium fuciforme): Rasen mit rötlichen Flecken
Rotspitzigkeit ist eine der häufigsten Pilzkrankheiten im Rasen und tritt besonders in stickstoffarmen Rasenflächen auf, vor allem während feuchter Sommer- und Herbstmonate. Sie zeigt sich als rötliche Flecken, die später hellbraun oder ausgebleicht werden und manchmal die Grashalme miteinander verkleben. Obwohl es alarmierend aussieht, tötet das rosa-rötliche Pilzgeflecht die Rasenhalme selten vollständig ab.
Bekämpfung
Obwohl es keine chemischen Produkte für Hobbygärtner gibt, kannst du mit folgenden Maßnahmen helfen:
- Verwende einen kaliumhaltigen Rasendünger, um die Zellstruktur der geschwächten Rasenhalme zu stärken: SUBSTRAL® Naturen® 6 in 1 Komplett-Rasendünger, 10 kg | Liebe Deinen Garten DE
Danach kannst du wieder stickstoffbetont düngen, um das Rasenwachstum zu unterstützen, z.B. mit dem flüssigen, wie Substral® Rasen-Vital Konzentrat - Verbessere die Drainage durch das Aerifizieren verdichteter Bereiche
- Regelmäßiges Mähen: Nicht zu tief, um die Vegetationspunkte der Grashalme nicht zu verletzen. Mähe die befallenen Stellen immer zuletzt und entsorge das Schnittgut. So vermeidest du eine Verteilung der Pilzsporen auf die gesunden Rasenbereiche
- Kahle Stellen nach dem Vertikutieren konsequent nachsäen, beispielsweise mit SUBSTRAL® Die Nachsaat, 400 g | Liebe Deinen Garten DE
Schneeschimmel im Rasen (Microdochium nivale)
Diese Pilzkrankheit tritt häufig im Herbst und Winter auf und verursacht gelbe Flecken, die später braun werden. Bei feuchten Bedingungen kann man in den betroffenen Bereichen weißes oder rosafarbenes Pilzgeflecht an den Halmen bemerken. Wenn Schneeschimmel im Rasen unbehandelt bleibt, können große Teile deines Rasens beschädigt werden.
Bekämpfung
Wie bei der Rotspitzigkeit gibt es keine zugelassenen chemischen Produkte für Hobbygärtner, aber die folgenden Schritte kannst du unternehmen:
- Vermeide eine stickstoffreiche Herbstdüngung, da üppiges Wachstum anfälliger ist. Hilfreich ist eine kaliumbetonte Substral® Herbstdüngung bitte verlinken SUBSTRAL® Herbst Rasendünger, 10 kg | Liebe Deinen Garten DE, die den Rasen kräftigt, die Frosthärte erhöht und die Halme widerstandsfähiger gegen Pilzerkankungen macht
- Verbessere die Luftzirkulation durch Vertikutieren (Ausrechen) von Rasenfilz im Frühherbst und belüfte den Boden nach jedem Mähen
- Reduziere feuchte Bedingungen, indem du Laub entfernst und Staunässe vermeidest
- Reche kahle Stellen auf und säe im Frühherbst oder Frühjahr mit einer strapazierfähigen Mischung wie SUBSTRAL® Sport & Spiel Rasensamen, 5 kg | Liebe Deinen Garten DE nach
Hexenringe (Basidiomyceten)
Diese geheimnisvoll-aussehenden Ringe aus abgestorbenem oder intensiv grün wachsendem Gras, oft begleitet von ringförmig wachsenden Pilzkörpern treten im Spätsommer und Herbst auf. Je nach Pilzvariante färbt sich das Gras um den Ring herum gelblicher oder intensiv grüner als der Rest des Rasens, und die Kreise dehnen sich jedes Jahr langsam aus.
Bekämpfung
Der Hexenring lässt sich schwer bekämpfen, ohne dass aufwändige Maßnahmen ergriffen werden. Es gibt jedoch ein paar Möglichkeiten:
- Robuste Samenarten werden eher weniger befallen, daher ist die Auswahl eines widerstandfähigen robusten Rasensamens wie Substral® Der Robuste für die Aussaat sowie für die Nachsaat ratsam
- Entferne die oberirdisch wachsenden Pilzkörper, bevor sie ausreifen und Sporen verbreiten
- Belüfte den Rasen intensiv, um das Pilzgeflecht im Untergrund aufzubrechen
- Wenn die Ringe klein sind, solltest du den Bereich großflächig ausheben, mit frischer Substral® Rasenerde auffüllen und mit einer Substral® Rasenmischung neu einsäen. Bei größeren Ringen ist Geduld gefragt, denn irgendwann wachsen sie über die Grenzen deines Rasens hinaus
- Soll ein Erdaustausch vorgenommen werden, muss mindestens etwa 30cm tief sowie 60cm breit entlang des Rings ausgegraben und mit neuer Substral® Rasenerde oder Mutterboden aufgefüllt werden
Kreisrunde braune Flecken im Rasen: Schwarzbeinigkeit (Gaeumannomyces graminis)
Obwohl Schwarzbeinigkeit eine der schädlichsten Rasenkrankheiten ist, kommt sie eher selten vor.
Schwarzbeinigkeit wird durch den Pilz Gaeumannomyces graminis verursacht. Sie erscheint zunächst als kleine kreisrunde braune Flecken im Rasen, die sich auf etwa 50 cm bis 100 cm Durchmesser ausdehnen. Sie befällt hauptsächlich Straußgräser (Agrostis-Arten) und erzeugt absterbende Bereiche mit strohfarbenem Gras. Schwarzbeinigkeit verschwindet schließlich nach Dezember, kann aber mehrere Jahre lang wiederkommen.
Bekämpfung
Wenn du diese Krankheit in deinem Rasen entdeckst, wähle beim Nachsäen der kahlen Stellen immer eine strapazierfähige Mischung mit einem sehr hohen Anteil an Deutschem Weidelgras, wie Substral® Die Nachsaat.
Ist der Rasen braun und strohig: Varianten von Rasenrost (Uredinales)
Neben den oben genannten Hauptkrankheiten können auch andere Pilzkrankheiten im Rasen auftreten. Wenn dein Rasen rostrot bis braun und strohig aussieht und beim Drüberlaufen einen rostbraunen Staub auf den Schuhen hinterlässt, kann dies auf verschiedene Rostkrankheiten hinweisen. Rasenrost, erkennbar an orangebraunen Pusteln auf den Grashalmen, tritt auch als Gelbrost, Schwarzrost, Braunrost sowie Kronenrost auf. Häufig kommt ein Rasenrost bei gestresstem Rasen vor.
Bekämpfung
Bei allen Pilzkrankheiten gilt: Eine gute Rasenpflege ist die beste Vorbeugung. Achte daher beim Mähen immer darauf, die betroffenen Stellen zuletzt zu mähen. So verhinderst du eine Verbreitung der Pilzsporen auf der gesamten Rasenfläche. Die Schnittreste sollten vorsichtig entsorgt werden. Eine konsequente Nachsaat sowie die regelmäßige Anwendung von Kalk, beispielsweise von Substral® Naturen® Rasen- und Gartenkalk, können als gute Vorbeugung dienen.
Wurzelfäule erkennen
Bei tiefergehenden Problemen wie Wurzelfäule zeigt der Rasen oft flächige Absterbeerscheinungen. Die Wurzeln werden braun, matschig und lösen sich leicht vom Boden. In diesem Fall ist eine Bodenverbesserung mit Sand und Kompost sowie eine Neueinsaat oft die einzige Lösung.
Tipps zur vorbeugenden Rasenpflege
Halte den Rasen auf einer gleichmäßigen, ausgewogenen Länge
Vermeide es, den Rasen zu kurz zu mähen (zu „scalpen"), da dies das Gras schwächt und es anfälliger für Schäden macht, wodurch nicht nur Krankheiten, sondern auch Wildkräuter und Moos begünstigt werden.
Sorge für eine ganzjährige Düngung
Verwende im Frühjahr und Sommer einen speziellen Substral® Rasendünger. Vermeide jedoch hohe Stickstoffdosen im Spätsommer oder Herbst – stattdessen solltest du immer den kalibetonten Substral® Herbst Rasendünger oder den vorwiegend organischen SUBSTRAL® Naturen® 6 in 1 Komplett-Rasendünger, 10 kg | Liebe Deinen Garten DE verwenden.
Die Drainage verbessern
Schlechte Drainage und verdichtete Bereiche fördern Krankheiten und schwächen die Rasengesundheit. Verbessere die Drainage, indem du den Rasen im Herbst mit einer Grabegabel bearbeitest oder einen Hohlzinken-Belüfter einsetzt.
Rasenfilz regelmäßig entfernen
Rasenfilz (abgestorbenes Material) kann Rasenkrankheiten fördern. Vertikutiere daher im Herbst und Frühjahr mit einem Federrechen oder einem elektrischen Vertikutierer, um Moos, abgestorbene Blätter und anderes abgestorbenes Material zu entfernen.
Grasschnitt richtig entsorgen
Das Entsorgen von Grasschnitt reduziert die Menge an Pilzen, die den Rasen erneut befallen können. Wenn du jedoch eine Pilzkrankheit hast, kompostiere den Rasenschnitt nicht, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.
Pflegemaßnahmen: gegen Pilze im Rasen
- Das Entfernen von Laub und Rasenfilz entzieht Pilzkrankheiten die Lebensgrundlage
- Richtiges Bewässern – morgens statt abends – verhindert, dass der Rasen über Nacht feucht bleibt
- Saure Böden mit Kalk behandeln, da viele Pilzkrankheiten saure Bedingungen bevorzugen
Häufig gestellte Fragen zu Rasenkrankheiten
Wann treten Rasenkrankheiten am häufigsten auf?
Grundsätzlich benötigen pilzliche Erkrankungen feuchte Witterungsbegingungen. Schneeschimmel tritt als typische Winterkrankheit bei Temperaturen um den Nullpunkt auf während sich Rotspitzigkeit als typische Sommerkrankheit bei warmen Temperaturen zeigt.
Woran erkenne ich, dass mein Rasen krank ist?
Achte auf verändertes Wachstum oder untypische Färbungen wie kreisrunde braune Flecken, verfärbte Bereiche (gelb, rot, rosa), verklebte Grashalme oder pilzartiges Wachstum. Ein gesunder Rasen sollte gleichmäßig grün und dicht sein.
Kann ich infiziertes Schnittgut von meinem Rasen kompostieren?
Nein, wenn dein Rasen von Pilzkrankheiten befallen ist, solltest du den Schnitt nicht kompostieren, da sich die Pilzsporen sonst weiterverbreiten können. Entsorge ihn stattdessen über den Biomüll oder die Grünabfuhr.
Wie lange dauert es, bis sich ein kranker Rasen erholt?
Bei guter Pflege erholt sich ein von Rotspitzigkeit oder Schneeschimmel befallener Rasen innerhalb von einigen Wochen. Schwarzbeinigkeit kann mehrere Monate bis Jahre benötigen und erfordert oft eine Nachsaat.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten für die Rasensanierung?
Der Frühherbst (September) und das Frühjahr (April-Mai) sind ideal für Vertikutieren, Belüften und Nachsaat. Die Temperaturen sind mild und es gibt ausreichend Feuchtigkeit für die Keimung.