Tomaten pflanzen

Selbst angebaute Tomaten aus dem eigenen Garten, frisch geerntet und noch warm von der Sonne… Was gibt es Besseres? Auf dem Butterbrot mit Salz und Kräutern, im Sommersalat oder an Tomatensaucen, Currys und Chilis - Tomaten sind so vielseitig und schmecken erntefrisch gleich doppelt so gut.

Im Gewächshaus oder Gemüsebeet, auf der Terrasse in Kübeln oder Hängekörben - In dieser Anleitung finden Sie alle Informationen zum Anbau von Tomaten.


Das Tomaten-ABC

Welche Sorte soll es denn sein? Die klassisch-roten mittelgroßen Salattomaten kennen die meisten aus dem Supermarkt. Die kleinen, aromatisch-süßen Kirschtomaten können als Snack weggenascht werden, wohingegen die ovalen Roma-Tomaten oder Eiertomaten wenig Samen haben und sich perfekt fürs Kochen eignen. Natürlich gibt es auch noch die großen, saftig-aromatischen Fleischtomaten, die gerne gegrillt oder gefüllt werden. 

Tomatenpflanzen können, neben Wildtomaten, in Stab- und Buschtomaten unterteilt werden. Stabtomaten wachsen in die Höhe. Dabei wird der Haupttrieb von einem Stab oder Spalier gestützt. 

Strauchtomaten oder Buschtomaten sind kleine, buschige Pflanzen. Sie benötigen kein Spalier zum Ranken, können aber Unterstützung brauchen, wenn sie schwer mit Früchten behangen sind. 

Tomaten sind reich an Vitaminen und Spurenelementen. Ausschlaggebend für die Färbung der Früchte ist der Gehalt an Carotin und dem roten Farbstoff Lycopin. Als Fänger von freien Radikalen (als sogenanntes "Antioxidans") ist Lycopin dafür verantwortlich, dass Tomaten als besonders gesund und krebsvorbeugend gelten.


Tomatensorten für eine gute Ernte
 

Stabtomaten

  • Tomate ‘Alicante’: widerstandsfähige Sorte mit hohem Ertrag an Salattomaten
  • Tomate ‘Big Boy’: Fleischtomate mit vollmundigem Geschmack
  • Tomate ‘Shirley’: ertragreiche Sorte für die frühe Aussaat
  • Tomate ‘Gardener’s Delight’: Würzig-aromatische Kirschtomaten

Strauchtomaten

  • Tomate ‘Tumbling Tom’: eine Hängetomate mit leckeren Kirschtomaten für Kübel und Hängeampeln auf dem Balkon

Der beste Standort für Tomaten

Wenn Sie Ihre Tomaten im Gewächshaus wachsen lassen möchten, können Sie früh mit der Aussaat beginnen und bis in den Herbst hinein ernten. Die Pflanzen sind dort auch besser vor typischen Krankheiten wie Braunfäule geschützt. Im Garten bevorzugen Tomaten einen sonnigen, nicht zu windigen Standort. 

Die Pflanzen können entweder direkt in nährstoffreiche, gut durchlässige Erde gepflanzt werden oder auch in Töpfe und Kübel mit guter Komposterde. 


Das benötigen Sie, um Tomaten zu pflanzen

Um Tomaten zu Hause im Garten oder Gewächshaus anzubauen, brauchen Sie diese Dinge: 

  • 9-Zentimeter-Pflanztöpfe für die Anzucht
  • 25-bis-30-Zentimeter Pflanztöpfe (für die Pflanzung im Kübel)
  • Frischhaltefolie
  • Universal-Flüssigdünger 
  • Tomatendünger
  • Kompost oder abgelagerten Mist
  • Rankstäbe / Spiralstäbe
  • Gartenschnur
  • Steckholz / Pflanzholz
  • Spaten

Tomaten aus Saatgut ziehen - so geht's

Wenn Sie ein beheiztes Gewächshaus haben, können Sie mit der Aussaat schon im späten Winter beginnen. Bei unbeheizten Gewächshäusern ist es besser, bis zum frühen Frühling zu warten. 

  1. Füllen Sie die kleinen Anzuchttöpfe mit Komposterde
  2. Legen Sie einen Samen auf die Komposterde in die Mitte des Topfes und bedecken Sie ihn mit einer dünnen Schicht Komposterde. 
  3. Nachdem Sie die Töpfe gewässert haben, bedecken Sie sie mit Frischhaltefolie und stellen Sie die Töpfe in ein Gewächshaus oder auf eine sonnige Fensterbank. 
  4. Wenn die Samen gekeimt sind, können Sie die Frischhaltefolie entfernen. Gießen Sie regelmäßig, damit die Komposterde feucht bleibt. 
  5. Wenn die Setzlinge ungefähr 15 Zentimeter 

Tomaten im Garten pflanzen

  1. Warten Sie mit dem Pflanzen, bis die Gefahr von späten Frösten sicher vorbei ist - das ist gewöhnlich Mitte Mai oder Anfang Juni der Fall.  
  2. Bereiten Sie den Boden vor, indem Sie viel Kompost oder gut abgelagerten Mist untergraben. 
  3. Härten Sie die Setzlinge ungefähr eine Woche lang ab, bevor Sie sie in den Garten oder in die Kübel setzen. Dafür stellen Sie die Töpfe tagsüber raus und holen sie abends rein, um sie an die kühleren Temperaturen zu gewöhnen. 

Wie pflegt man Tomatenpflanzen?

Das Geheimnis guter Pflege ist regelmäßiges Wässern und eine kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen. Das gilt besonders, sobald die ersten Früchte erscheinen. Der Boden sollte gleichmäßig feucht bleiben. Wenn die Pflanzen zu trocken stehen und dann übermäßig gewässert werden, speichern die Tomatenfrüchte zu viel Wasser und platzen auf. Bei feuchtem Wetter hilft es, eine dicke Schicht Komposterde um die Tomaten im Garten zu verteilen, damit der Boden konstant feucht bleibt.

Alle vierzehn Tage können Sie die Pflanzen mit Flüssigdünger oder Komposttee versorgen. Sobald die ersten Früchte zu sehen sind, sollten Sie speziellen Tomatendünger verwenden. 

Binden Sie die Triebe der Stabtomaten an die Rankstäbe oder Tomatenspirale. Kleine Seitentriebe, die zwischen Hauptzweig und Seitentrieb wachsen, können abgeschnitten werden. Sobald fünf Seitentriebe mit Blättern und Früchten gewachsen sind, können Sie den Haupttrieb oben abknipsen. So steckt die Pflanze ihre Energie in die Ausbildung von Früchten, anstatt weiter zu wachsen und Blattmasse zu produzieren.

Bei Strauchtomaten muss die Pflanzenspitze nicht abgeknipst werden, und Seitenzweige brauchen auch nicht eingekürzt zu werden. Zweige, die sich unter der Last der Früchte biegen, können Sie aber mit Pflanzstäben unterstützen.


Wann werden Tomaten geerntet?

Abhängig vom regionalen Klima, sind Gewächshaustomaten circa Mitte des Sommers, also zwischen Juni und Juli reif zur Ernte. Bei Freilandtomaten ist im August die Ernte in vollem Gange. 

Sie erkennen den richtigen Zeitpunkt, wenn die Früchte an allen Stellen die gleiche intensive Farbe haben. Wenn sie reif sind, können sie noch bis zu zwei Wochen am Strauch bleiben. Das ist ideal - So können Sie sie einfach genau dann frisch pflücken, wenn Sie sie brauchen!

Wenn dann im Herbst die Temperaturen fallen, werden die Tomaten bald nicht mehr an der Pflanze reif werden. In diesem Fall, und spätestens im Oktober, schneiden Sie die unreifen Früchte ab und lassen sie im warmen Zimmer nachreifen. Zusammen mit einem Apfel oder einer Banane in einer Papiertüte geht es sogar noch schneller. 


Krankheiten und Schädling bei Tomaten

 

  • Braunfäule: - Die Pilzkrankheit wird bei feucht-warmen Bedingungen durch die Luft übertragen wird. Am Anfang zeigen die Blätter grün-braune Flecken und können auch die Früchte befallen.
  • Samtflecken: Auf der Blattunterseite bildet sich ein samtartiges, braunes Pilzgeflecht. Ein weiteres Merkmal sind die gelb-fleckrigen Blätter, die im Verlauf absterben.
  • Stängelfäule: Ähnlich wie bei der Braunfäule werden dei Pilzsporen bei feucht-warmen Wetterbedingungen übertragen und. Den Befall erkennen Sie an den gelb-verfärbten und welkenden Blättern.
  • Dürrfleckenkrankheit: Runde, graubraune Flecken verursacht durch den  Alternaria Solani Pilz. Die Blätter rollen sich ein und sterben evntuell vollständig ab. 
  • Spinnmilben und Blattläuse können sich aber unter den geschützten Bedingungen schnell vermehren. Um das zu verhindern, sprühen Sie die Pflanzen regelmäßig mit Wasser ein und wischen Sie die Blattläuse mit einem feuchten Tuch ab. 

Also, egal ob Garten oder Terrasse, mit viel Platz oder nicht - es gibt eine Tomatensorte, die zu Ihren Bedingungen passen. Sie können also loslegen und schon bald Ihre eigenen, sonnengereiften Tomaten ernten. 
 

Verwandte Artikel