Knoblauch pflanzen

 In den Küchen der Welt wird Knoblauch für seinen einzigartigen Geschmack und seine gesundheitsfördernden, antibakteriellen Eigenschaften geschätzt. 

Ob chinesische Nudelsuppen, italienisches Pesto oder die beliebte Champignonpfanne, ohne Knoblauch geht’s nicht. Was viele nicht wissen: Knoblauch gibt es in verschiedenen Geschmacksausprägungen - von mild-aromatisch bis scharf und intensiv. Versuchen Sie doch verschiedenen Sorten selbst im Garten anzubauen und in der Küche damit zu experimentieren!


Welcher Knoblauch darf es sein?

Knoblauch wird seit Jahrtausenden in verschiedenen Gebieten der Erde kultiviert und ist in vielen Sorten erhältlich. Die meisten gehören zu diesen beiden Arten:


Der Gemeine Knoblauch oder Weichhals-Knoblauch 

Ein typischer Knoblauch aus dem Supermarkt gehört wahrscheinlich zur Art des sogenannten Weichhals-Knoblauchs. Er wird im späten Sommer gepflanzt und kann im folgenden Juli geerntet werden. Die Knollen haben nach der Ernte einen milden Geschmack, der mit der Zeit intensiver wird. Die weiße oder rosa Schale ist papierartig und sorgt für eine Lagerungsfähigkeit von mehreren Monaten.


Beliebte, robuste Weichhals-Sorten:

  • Knoblauch ‘Arno’ - mittlere Intensität, mit rosa Zehen
  • Knoblauch ‘Germidour’- mild-aromatisch, mit rosa Zehen
  • Knoblauch ‘Messidor’ - intensiver Geschmack, lange Haltbarkeit, auch Blätter sind verwendbar

Der Schlangen-Knoblauch oder Harthals-Knoblauch 

Diese Knoblauchsorten gelten als kältetolerant und sind für Regionen mit harten Wintern geeignet. In der Küche punkten sie mit komplexen Noten, sind aber weniger lange haltbar als Sorten des Gemeinen Knoblauchs. 


Probieren Sie diese Harthals-Sorten in Ihrem Gemüsegarten:

  • Knoblauch ‘Rocambole’ - milder Geschmack, auch roh an Salaten oder auf Brot lecker
  • Knoblauch ‘Sprint’ - Gourmet-Knolle mit früher Reifung, rosa geflammten Knollen 

Knoblauch anbauen - das benötigen Sie:

  • Spaten
  • Grabgabel
  • Knoblauchzwiebeln
  • Gut abgelagerter Mist, Kompost, oder anderer Bodenverbesserer
  • Universaldünger
  • Pflanzenhüte oder Gartenvlies

Wie wird Knoblauch gepflanzt?

Planting garlic

Knoblauch wächst am besten an sonnigen Standorten, in lockerem, humusreichen Boden. Die beste Zeit zum Pflanzen ist der frühe Herbst, denn die Knoblauchzwiebeln benötigen eine Kälteperiode um zu wachsen. Es gibt aber auch einige Sorten, die für die Frühjahrspflanzung geeignet sind.

  1. Bevor Sie den Knoblauch pflanzen, graben Sie mit einer Grabgabel Kompost oder Mist unter den Boden. Dabei wird die Erde gelockert und der Boden erhält wertvolle Nährstoffe. Bei schwerem, lehmhaltigen Boden können Sie Splitt oder Sand hinzufügen, um den Boden zu lockern. Alternativ wächst Knoblauch auch gut in Kübeln oder Töpfen!
  2. Entfernen Sie Unkraut und Steine.
  3. Den Universaldünger bringen Sie nach Anweisung des Herstellers aus und harken ihn unter die Erde.
  4. Teilen Sie die Knoblauchzwiebeln in einzelne Zehen.
  5. Die Zehen können Sie nun mit 15 cm Abstand ungefähr 2 cm tief in den Boden setzen, mit dem stumpfen Ende nach unten. Die Spitze bleibt knapp unter der Erdoberfläche. Einzelne Pflanzreihen sollten circa 30 Zentimeter Abstand haben.
  6. Nach dem Pflanzen gut wässern, damit die Zehen direkten Kontakt zur Erde bekommen.
  7. Jetzt können Sie die Pflanzfläche mit Vlies oder Pflanzenhüten abdecken. So kann kein Vogel die zarten Jungpflanzen aus der Erde zupfen. Sobald die Pflanzen größer sind, schmecken sie den Vögeln nicht mehr und der Schutz kann abgenommen werden.

Knoblauch in Töpfen und Kästen ziehen

Auch in Kübeln und Kästen wächst Knoblauch gerne. Das ist eine gute Alternative für Balkone und Terrassen und bei nassen, schweren Böden im Garten.

  1. Nehmen Sie einen Kübel mit ungefähr 30 Zentimeter Durchmesser und 20 Zentimeter Höhe. Drainagelöcher im Boden sind wichtig, damit überschüssiges Wasser leicht abfließen kann.
  2. Den Kübel füllen Sie nun mit hochwertiger Universalerde und fügen Langzeitdünger hinzu.
  3. Setzen Sie die einzelnen Knoblauchzehen mit 10-15 Zentimeter Abstand ungefähr 2 cm tief in den Boden, mit dem stumpfen Ende nach unten. Die Spitze versteckt sich nur knapp unter der Erdoberfläche. 
  4. Nach dem Pflanzen gut wässern, damit die Zehen direkten Kontakt zur Erde bekommen.
  5. Prüfen Sie regelmäßig, ob die Erde im Topf noch feucht ist - bei Bedarf wässern.

Knoblauchpflanzen richtig pflegen

Nach der Pflanzung sind Knoblauchpflanzen sehr pflegeleicht. Mit diesen einfachen Schritten können Sie im nächsten Jahr leckeren, selbstgezogenen Knoblauch ernten.

  • Halten Sie die Beete frei von Unkraut - am besten mit der Hand ziehen, um die Zwiebeln nicht mit der Hacke zu beschädigen.
  • Während längerer Trockenperioden gut wässern.
  • Nicht mehr wässern, wenn die Blätter sich gelb verfärben und die Knollen anschwellen.
  • Ernten Sie die Blüten des Schlangen-Knoblauchs bevor sie blühen - so kann die Pflanze ihre Energie in die Ausbildung der Knollen stecken. Die Blüten des Knoblauchs sind essbar und lecker in Rührei, Suppen und Salaten.

Knoblauch ernten

Während der Knoblauch wächst, können Sie ab und zu einige Blätter ernten, um Salate damit zu verfeinern oder sie wie Schnittlauch auf einem Quarkbrot zu essen. Nehmen Sie aber immer nur wenige Blätter, damit die Pflanze nicht geschwächt wird.

Blütenansätze können vor der Blüte abgeknipst werden. Sie haben einen milden Knoblauchgeschmack und passen hervorragend zu Omeletts, an Salate oder frisch aufs Butterbrot. 

Die Knoblauchknollen selber sind bei Winterpflanzung im Sommer des nächsten Jahres erntereif. Den richtigen Zeitpunkt zur Ernte erkennen Sie an dem verwelkten oberen Drittel der Blätter und einer Gelbfärbung im unteren Teil. Manchmal sind auch die Zwiebeln schon knapp unter der Erde zu erkennen.

Sie können die Knollen mit der Hand an den oberen Pflanzenteilen aus der Erde ziehen oder vorsichtig mit einer Grabegabel den Boden lockern und den frischen Knoblauch herausheben.


Knoblauch richtig lagern

Bevor Knoblauch eingelagert werden kann, lassen Sie ihn auf einem Gitter an einem sonnigen, geschützten Platz durchtrocknen. In einem gut gelüfteten Schuppen geht es auch. Das Ganze dauert ungefähr zwei bis drei Wochen.

Sobald die Haut des Knoblauchs papierartig getrocknet ist, können die Knollen gelagert werden. Vorher alle schadhaften Knoblauchzwiebeln aussortieren. Die größten zur Vermehrung für die nächste Saison zur Seite legen!

Aufbewahren können Sie den Knoblauch in einem Netzbeutel an einem dunklen, trockenen und kühlen Ort. 


Knoblauch Krankheiten und Schädlinge

Eigentlich ist Knoblauch pflegeleicht im Anbau - aber einige Krankheiten können auch ihm zu schaffen machen:

Weißfäule ist eine Pilzkrankheit, bei der die Knollen faulen und sich die Blätter gelb verfärben. Leider ist für diese Pflanzenkrankheit keine Behandlung bekannt. Am besten verbrennen Sie alle betroffenen Pflanzen und ziehen in den nächsten acht Jahren weder Knoblauch, Zierlauch, Zwiebeln, oder andere Allium-Arten an dieser Stelle, damit die Etablierung des Pilzes unterbunden wird.

Porree-Rost oder Lauch-Rost, auch eine Pilzkrankheit, ruft ovale, orangene Flecken oder Pusteln an den Blättern des Knoblauchs hervor. In milden Fällen hat diese Krankheit keine Auswirkung auf die Ernte. Entfernen Sie einfach alle betroffenen Blätter und verbrennen Sie diese. Die Blätter können auch entsorgt werden, werfen Sie diese aber nicht auf den Kompost, sondern in den Bio- oder Hausmüll. Porree-Rost tritt häufig bei feuchtem Wetter und in zu dicht bepflanzten Beeten auf. Nach einem Befall vermeiden Sie am besten eine erneute Pflanzung von Knoblauch oder anderen Allium-Arten in den nächsten drei Jahren. 


Bei der immensen Auswahl von Knoblauch-Sorten ist für jeden Geschmack etwas dabei. Versuchen Sie es auch einmal und ernten Sie in der nächsten Saison Ihren eigenen Knoblauch.

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