Walnuss ernten - gewusst wie

Ab Mitte September bis Ende Oktober werden die Früchte der Walnussbäume reif. Walnüsse sind von einer dicken grünen Fruchtschale umgeben. Diese bricht bei Reife auf, sodass die hartschaligen Nüsse zu Boden fallen. Essbar sind die in den Nüssen enthaltenen Samen, die auch als „Walnusskerne“ bezeichnet werden.

 

Erntetipps

Vor allem an nass-kühlen Herbsttagen sind aufgesammelte Nüsse außen oft feucht. Die Früchte sollten so rasch wie möglich trocknen, um das Eindringen von Schimmelpilzen zu verhindern, denn diese machen die Nüsse ungenießbar. Daher Nüsse zu Hause in warmen Innenräumen oder auf einem Backblech locker ausbreiten und trocknen lassen! Sofern noch Reste der Fruchthülle an den Nüssen haften, können diese einfach mit einer Bürste entfernt werden. Dafür am besten Handschuhe anziehen, da die in den Fruchtschalen enthaltenen Inhaltsstoffe die Finger schwarz färben können.

Walnüsse sind übrigens äußerst gesund, da sie einen hohen Gehalt an wertvollen Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen aufweisen.

 

Schadursachen an Walnuss

Sowohl bakterielle, pilzliche als auch tierische Schaderreger oder ungünstige Wuchsbedingungen können den Walnussbaum schädigen:

Bakterienbrand

Das Bakterium Xanthomonas campestris pv. juglandis ist für den sogenannten "Walnussbrand" verantwortlich.

  • Schadbild: Auf den Blättern erscheinen kleine (1 bis 2 mm große) schwarze Flecken, die oft eckig und von einem gelben Hof umgeben sind. Auch auf den Trieben und Früchten bilden sich schwarze Flecken, die häufig von einem wasserdurchtränkten Rand umgeben sind. Der Nusskern wird oft faul und schleimig und es kommt zum vorzeitigen Fruchtfall. An der Infektionsstelle treten später gummiartige Schleimtröpfchen aus, wodurch die Bakterien beispielsweise über Regen oder Insekten verbreitet werden.
  • Bekämpfung: Wichtig sind die Entfernung von befallenen Blättern und Früchten und ein Rückschnitt der Triebe bis ins gesunde Holz. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist im Haus- und Kleingartenbereich nicht möglich.

Marssonina Blattfleckenkrankheit

Häufig tritt an der Walnuss die vom pilzlichen Erreger Marssonina juglandis verursachte Blattfleckenkrankheit auf.

  • Schadbild: Auf den Blättern, aber auch den Blattstielen und Früchten entstehen dunkelbraune Flecken, die sich rasch ausbreiten und zusammenfließen können. Auch der Nusskern kann zerstört werden. Befallene Blätter und Früchte fallen vorzeitig ab.Die Symptome können mit dem Bakterienbrand verwechselt werden, eine genaue Unterscheidung ist durch Feststellung von pilzlich bedingten Fruchtkörpern möglich.
  • Bekämpfung: Da der Pilz im Falllaub überwintert, sollten betroffene Blätter und Früchte entfernt werden, um den Befallsdruck im nächsten Jahr zu reduzieren.

Walnussfruchtfliege

Die Walnussfruchtfliege (Rhagoletis completa) ist eng mit der Kirschfruchtfliege (Rhagoletis cerasi) verwandt. Ursprünglich stammt sie aus Nordamerika und ist mittlerweile auch bei uns verbreitet. Die Walnussfruchtfliege ist circa 4 bis 8 mm groß, orange-braun gefärbt und trägt ein gelbes Rückenschild. Von Juni bis September legen die Weibchen ihre Eier in die grüne Außenschale der Walnuss, in denen sich weiße Maden entwickeln. Drei bis fünf Wochen lang ernähren sie sich vom Fruchtfleisch, verlassen anschließend die Früchte und verpuppen sich im Boden.

  • Schadbild: Das Fruchtfleisch wird weich, schwarz und schleimig und enthält etwa 20 bis 30 Larven. Die darunter liegende Nuss bleibt meist unversehrt und kann nach Säubern verzehrt werden. Bei starkem Befall ist sie jedoch ebenfalls schwarz verfärbt.
  • Bekämpfung: Zur Vorbeugung kann der Boden unter dem Walnussbaum abgedeckt werden, sodass sich die Larven nicht zur Verpuppung in den Boden zurückziehen bzw. die geschlüpften Fruchtfliegen im Frühjahr/Sommer nicht ausfliegen können. Außerdem empfiehlt sich der Einsatz der SUBSTRAL Naturen Kirschfruchtfliegen-Falle, um die Walnussfruchtfliege abzufangen.

Walnuss-Gallmilben

An Walnussbäumen können unterschiedliche Arten an Gall- und Pockenmilben auftreten, wie beispielsweise die Walnussfilzmilbe (Eriophyes erineus). Die wurmförmigen Milben werden nur bis zu 0,2 mm groß und sind daher mit bloßem Auge nicht erkennbar.
Die Tiere überwintern unter den Knospenschuppen und befallen im Frühjahr die Blätter. Es können mehrere Generationen pro Jahr auftreten.

  • Schadbild: Auf der Blattoberseite befinden sich blasig nach oben gewölbte Gallen, in denen die Milben leben und saugen. Auf der Blattunterseite sind die Gallen von einem dichten, weißlichen Haarfilz umschlossen.
  • Bekämpfung: Gall- und Pockenmilben können nur während der Wanderphase zum Zeitpunkt des Blattaustriebes im Frühjahr bekämpft werden. Hier empfehlen sich Spritzungen mit SUBSTRAL® Naturen® Bio Schädlingsfrei Obst & Gemüse Konzentrat** (maximal 3 Anwendungen im Abstand von jeweils 7 bis 10 Tagen). Im Herbst sollten betroffene Blätter entfernt werden, um den Befallsdruck im nächsten Jahr zu reduzieren.

Papiernüsse

Ungünstige Witterungsbedingungen mit starken Niederschlägen, niedrigen Temperaturen und wenig Sonnenschein sowie eine unausgewogene Pflanzenernährung sind vermutlich die Ursache für die Ausbildung von sogenannten "Papiernüssen", die auch als Schalenbrüchigkeit bekannt sind.

  • Schadbild: Die Schale der Nüsse ist sehr dünn und kann auch Löcher aufweisen.
  • Bekämpfung: Manche Sorten (z. B. Esterhazy II) scheinen weniger anfällig zu sein. Abgesehen von einer entsprechenden Sortenwahl bei der Pflanzung lässt sich ein Auftreten von Papiernüssen kaum beeinflussen.

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