Bienen - schützen und fördern

Bienen - schützen und fördern

Im Sommer können wir das emsige Treiben von Bienen beobachten, wie sie eifrig von Blüte zu Blüte fliegen, um Blütenstaub und Nektar zu sammeln. Dieses Zusammenspiel von Bienchen und Blümchen hat für den Naturhaushalt und nicht zuletzt den Menschen eine große Bedeutung! Umso wichtiger ist es, Bienen zu schützen.

 

Bienen erkennen

Ist von "Biene" die Rede, ist in der Regel die bei uns heimische "Westliche Honigbiene" (Apis mellifera) gemeint. Doch nicht alles was fliegt und schwarz-gelb gestreift ist, ist eine Biene!

Honigbiene (Apis mellifera):
Es werden mehr als 20 Unterarten unterschieden, die als "Bienenrassen" bezeichnet werden. Ihre Körperlänge reicht von circa 9 bis 14 mm. Die Biene ist mehr bräunlich als gelb gefärbt mit schwarzen Querstreifen. Der behaarte Körper wirkt relativ gedrungen im Vergleich zur schlankeren Wespe. Honigbienen ernähren sich von Nektar und Pollen und machen sich daher nicht über Speisen des Menschen her!

Deutsche Wespe (Vespula germanica) und Gemeine Wespe (Vespula vulgaris):
Beide bei uns häufig vorkommenden Arten sehen sich sehr ähnlich. Ihr Körper ist circa 14 bis 20 mm lang und gelb-schwarz gefärbt. Ein weiteres Erkennungsmerkmal ist die charakteristische Wespentaille. Zur Nahrung der Wespe zählt tierische Kost wie Insekten und Fleischwaren sowie Zuckerhaltiges wie Blütennektar, aber auch Obst und Kuchen.

Schwebfliegen (Syrphidae):
Anders als Bienen und Wespen zählen Schwebfliegen zur Ordnung der Zweiflügler (Diptera). Von den etwa 6.000 Arten gibt es auch Arten, die Bienen oder Wespen täuschend ähnlich sehen. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal ist ihre Fähigkeit, in der Luft fliegend auf einer Stelle zu verharren. Außerdem besitzen Schwebfliegen keinen Stachel!

 

Lebensweise der Bienen

Die Honigbiene zählt zu den Staaten bildenden Insekten. An der Spitze steht eine Königin, die als einzige fortpflanzungsfähig ist. Einmal in ihrem circa 2- bis 5jährigen Leben paart sie sich mit männlichen Bienen (Drohnen). Während die Männchen nach der Paarung sterben, ist die Königin für die Produktion von Eiern und somit Nachkommen zuständig. Arbeiterinnen machen die Masse des Staates aus. Zu ihren Aufgäben zählen Nahrungsbeschaffung, Nestbau und -erhaltung, Verteidigung und Brutpflege.

 

Was leisten Bienen?

Die Honigbiene hat ihre Bezeichnung als "fleißiges Bienchen" wohl verdient:

Bienen sammeln Pollen und Nektar:
Bienen fliegen emsig von Blüte zu Blüte, um deren Blütenstaub (botanisch "Pollen") und Nektar zu sammeln.
Bienen sind in ihrem Körperbau perfekt auf Blütenpflanzen abgestimmt: Sie besitzen einen langen Rüssel, mit dem sie Nektar schlürfen, der in einem speziellen "Honigmagen" gespeichert wird. Der Körper der Bienen ist von einem feinen Haarkleid bedeckt, sodass der Blütenpollen daran haften bleibt. Mittels feiner Borsten und Borstenkamm, die an den Hinterbeinen besetzt sind, streifen sich die Bienen den Pollen im Flug ab. Anschließend wird der Pollen zum Transport in spezielle Vertiefungen an den Hinterbeinen überführt, die als "Körbchen" oder "Höschen" bezeichnet werden.
Die Biene ist ein "Workaholic": Eine Biene fliegt bis zu 15 Mal am Tag aus, und besucht dabei insgesamt zwischen 3.000 und 5.000 Blüten. Ihr Radius reicht bis zu 2 km. Eine sportliche Leistung für ein kleines Insekt!

Bienen sind wichtige Bestäuber:
Nach ihrem Besuch bei einer Blüte ist die Honigbiene oft regelrecht mit Blütenstaub (Pollen) "bepudert". Sucht sie die nächste Blüte auf, überträgt sie dabei den mitgebrachten Pollen. Es kommt zur Bestäubung, die zur Befruchtung von Blütenpflanzen führt. Somit trägt die Biene wesentlich zur Vermehrung von Pflanzen bei, wodurch ein unermesslicher Wert für den Naturhaushalt gegeben ist!
Bienen sorgen für Honig:
Gesammelter Pollen und Nektar wird von den Bienen in den Bienenstock gebracht. Der eiweißhaltige Pollen wird an die Brut verfüttert. Der zuckerhaltige Nektar wird in den charakteristischen Bienenwaben eingelagert, und nach Wasserentzug in Honig umgewandelt. Dieser dient den Bienen als Energiequelle. Aber auch der Mensch findet Gefallen am süßen Saft. Für 1 kg Honig muss die Biene übrigens etwa 3 kg Nektar sammeln oder um die 50.000 Mal ausfliegen!

Was steckt im Honig?
Honig ist viel mehr als eine süße Leckerei, sondern auch sehr gesund: Neben Zucker sind reichlich Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe, Enzyme, diverse Säuren und Antioxidantien (binden schädigende "freie Radikale" im Körper) enthalten.
Ein weiteres Bienenprodukt ist Wachs, das aus den Waben gewonnen wird. Darüber hinaus erzeugen Bienen sogenanntes "Propolis", das aus Blütenknospen gewonnen wird. Bienen nutzen dieses harzähnliche Material zum Verkitten und Isolieren im Bienenstock. Der Mensch macht sich die antibiotische, entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung von Propolis zunutze.
Aber auch in der Volksheilkunde und medizinischen Forschung werden Bienenprodukte verwendet.

Bienen sind wichtig für die Landwirtschaft:
Etwa 80 % der Nutzpflanzenarten werden von der Honigbiene bestäubt. Beim Anbau von Ölfrüchten, Futterpflanzen, Gemüse und vor allem Obst führt die Anwesenheit von Bienen zu deutlichen Ertragssteigerungen!

Bienen sind wichtig zum Erhalt der Artenvielfalt:
Bienen sind unter den Insekten die wichtigsten Blütenbestäuber. Neben Nutz- und Kulturpflanzen werden auch die meisten Wildpflanzen von ihnen bestäubt. Dadurch tragen Bienen wesentlich zum Erhalt der Pflanzenvielfalt bei.

 

Was können wir für den Erhalt des Bienenbestandes tun?

Der großen Bedeutung für Natur und Mensch entsprechend sollten Bienen geschützt und gefördert werden. In unseren Gärten sowie auf Balkon und Terrasse können wir einen Beitrag dazu leisten:

Pflanzenwahl:
Eine Vielzahl an Blütenpflanzen wird besonders gerne von Bienen angeflogen. Diese "Bienenblumen" zeichnen sich durch folgende Blütenmerkmale aus:

  • Sitzplatz: Bienen können Nektar nicht im Flug aufnehmen. Daher müssen sie die Möglichkeit vorfinden, auf der Blüte zu landen.
  • Blütengestalt: Offene Blüten ermöglichen den Bienen leichten Zugang zum Nektar.
  • Nektartiefe: Da der Rüssel der Biene circa 1 cm lang ist, darf der Nektar nicht tiefer verborgen sein.
  • Blütenfarbe: Bienen sehen gelb, blau und UV-Farben (für den Menschen nicht wahrnehmbar) am besten.

Beispiele für "Bienenblumen":

Unter den Gehölzpflanzen sind Obstbäume, Beerenobst, Weide, Linde, Ahorn, Liguster, Falscher Jasmin, Wildrosen und andere ungefüllte Rosensorten besonders attraktiv. Unter den Frühjahrsblühern sind Krokus, Schneeglöckchen, Maiglöckchen und Leberblümchen zu nennen. Währen der Sommermonate erfreuen Tagetes, Sonnenblumen, Cosmea, Malven oder Goldmohn die Bienen. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Kräuter wie Thymian, Salbei, Dill, Fenchel, die reichlich Nektar bereitstellen.