Junikäfer

Wenn sich Schwärme nachtaktiver Junikäfer an warmen Sommernächten auf Nahrungs- und Partnersuche begeben, wissen viele Gärtner schon, was sie bald erwarten wird. Denn die Larven der Junikäfer, sogenannte Engerlinge, richten an den Wurzeln von Pflanzen erheblichen Schaden an – vor allem im Rasen.

Der Junikäfer (Amphimallon solstitiale), auch als Gerippter Brachkäfer bekannt, ist Teil der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), zu denen auch der Maikäfer gehört. Junikäfer sind bekanntlich schlechte Flieger, die aufrecht laufende Menschen oft für einen Baum halten. Was Sie über den Pflanzenschädling wissen müssen und wie Sie den Junikäfer bekämpfen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst. 


Was ist der Unterschied zwischen Maikäfer und Junikäfer?

Der Unterschied zwischen Maikäfer und Junikäfer ist nicht immer leicht zu erkennen:

  • Junikäfer werden 1,5–1,8 cm groß. Die Flügeldecken, der Kopf und das Halsschild des Junikäfers sind dunkelgelb bis hellbraun. An der Seite zeigen sich drei Rippen (daher der Name Gerippter Brachkäfer). Die braune Behaarung ist generell ausgeprägter als bei Maikäfern. Sie sind dämmerungs- und nachtaktiv.
  • Maikäfer sind mit einer Größe von 2,5 bis 3 cm wesentlich größer. Sie haben rotbraune Flügeldecken, Kopf und Halsschild sind schwarz. Maikäfer sind weniger behaart und die Haare sind weiß. Sie sind tagaktiv.

Im Larvenstadium ist der Unterschied zwischen Maikäfern, Junikäfern und anderen Käfern wesentlich schwieriger zu erkennen. Viele ähnlich aussehende Engerlinge wie die des Rosen- und Nashornkäfers sind Nützlinge und stehen laut Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz.

Um Engerlinge von Schädlingen wie Junikäfern bestimmen zu können, legen Sie die Engerlinge auf eine glatte Oberfläche (Achtung: Sie sind UV-empfindlich). Versuchen sich die Larven in einer gekrümmten C-Form seitlich wegzubewegen, sind es Larven von Schädlingen. Rosenkäferlarven hingegen strecken sich und kriechen in Rückenlage davon.


Wann legen Junikäfer Eier?

Nach der Paarungsphase Mitte Juni bis Mitte Juli legen die Junikäferweibchen um die 40 Eier in die Erde. Sie bevorzugen eine sandige und leichte Erde für die Eierablage.

Drei Wochen später, im Juli/August, schlüpfen die ersten Engerlinge. Ab dann beträgt die Lebensdauer der Junikäfer etwa drei Jahre. Die meiste Zeit verbringt der Junikäfer in verschiedenen Larvenstadien:

  1. Larvenstadium: Nach dem Schlüpfen kriecht die etwa 1 cm große Larve unter die Erde und häutet sich bis zum Winter zum 2. Larvenstadium.
  2. Larvenstadium: Die 2–3 cm große Larve überwintert unterhalb der Frostgrenze im Boden.
  3. Larvenstadium: Im Juni häutet sich die Larve zum 3. Larvenstadium und wandert zu den Wurzeln. In dieser Zeit richten die Larven der Junikäfer im Garten den größten Schaden an. Im Winter zieht sich die mittlerweile 5 cm lange Larve wieder unterhalb der Frostgrenze zurück. 
  4. Verpuppung: Im Frühling des dritten Jahres verpuppt sich die Larve und schlüpft wenige Monate später im Juni.
  5. Die Lebensdauer der Junikäfer liegt nach dem Schlüpfen bei 6–8 Wochen. Männliche Käfer fliegen im Juni und Juli in der Dämmerung herum und suchen zur Paarung die weiblichen Käfer. Diese bleiben nach dem Schlüpfen am Boden. Nach der Paarung und der Eierablage sterben die männlichen und weiblichen Junikäfer.

Woher kommen Junikäfer?

Die Herkunft des Junikäfers ist unbekannt. Zu seinen heutigen Verbreitungsgebieten gehören Europa, Asien und Nordafrika. Auch in Skandinavien und Großbritannien ist er anzutreffen, jedoch nicht häufig. Gärten, Grünanlagen und Waldränder gehören zu seinem Habitat.


Was fressen Junikäfer?

Junikäfer fressen hauptsächlich Blätter von Obst- und Laubbäumen und Gehölze. Zwar richten sie dadurch Schaden an, aufgrund der kurzen Lebensdauer der Junikäfer ist aber auch der Fressschaden kurzweilig. Die Pflanzen erholen sich meistens wieder schnell davon. 

Anders verhält es sich mit Junikäferlarven, den Engerlingen. Diese Nachkommen des Junikäfers fressen Wurzeln von Gräsern, Wildkräutern und jungen Laubbäumen. Die Pflanzen können infolgedessen keine Nahrung und Flüssigkeit mehr aufnehmen und sterben ab.

Der Schaden, den Larven von Junikäfern im Rasen anrichten, ist besonders deutlich. Sie fressen sich unter gesamten Wiesen durch und sind für meterlange- und breite kahle Stellen verantwortlich. Bei einem Schaden durch Engerlinge lassen sich die kahlen bzw. braunen und trockenen Stellen im Rasen ganz leicht abziehen. Unter der Grasnarbe wimmelt es dann oft von Larven.


Junikäfer bekämpfen

Wer Junikäfer bekämpfen möchte, muss sich vor allem auf die Larven konzentrieren. Sie können einzelne ausgewachsene Junikäfer einfangen, werden damit aber keinen großen Unterschied in der Larvenpopulation erreichen.

  • Nematoden: effektiv und umweltschonend. Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora sind weniger als ein Millimeter lange Fadenwürmer, die auf Engerlinge des Junikäfers spezialisiert sind. Sie dringen in den Körper der Larven ein. Dort geben Sie ein Bakterium ab, dass die Larven innerhalb von Tagen abtötet. Fadenwürmer werden in einem Tongranulat oder Pulver geliefert, das Sie in Wasser einrühren und auf die betroffenen Stellen geben. Wichtig: Engerlinge sind nur in ihrem 1. Larvenstadium im August/September für Nematoden anfällig. 
  • Nutztiere: Helfen Sie der natürlichen Nahrungskette auf die Sprünge, indem Sie gezielt Insektenfresser in den Garten locken. Engerlinge stehen auf dem Speiseplan von Vögeln, Hühnern, Igeln, Maulwürfen, Mäusen und Fledermäusen. Stellen Sie etwa Vogelhäuser, Tränken und Futterstationen auf, pflanzen Sie Futterpflanzen an und lassen Sie mindestens eine Ecke Ihres Gartens verwildern. Bedenken Sie dabei, dass auch Vögel und Maulwürfe auf der Jagd nach Engerlingen Schaden in Ihrem Rasen anrichten können.
  • Fräsen: Mit einer Gartenfräse können Sie effektiv eine neue Generation Junikäfer bekämpfen. Sie müssen dabei mindestens die oberen 10 cm des Bodens umgraben. Diese radikale Methode sollten Sie nur als letzte Rettung anwenden, da Sie auf diesem Wege auch viele andere Lebewesen und Pflanzen vernichten. 

Um Engerlinge von Junikäfern im Garten zu vermeiden, hier ein paar Tipps zu vorbeugenden Maßnahmen:

  • Rasenpflege: Ein gepflegter Rasen mit dichter Grasnarbe macht es den Junikäfern schwer, ihre Eier abzulegen. Düngen und mähen Sie Ihren Rasen regelmäßig, jedoch nicht zu kurz.
  • Rasenschutzgewebe: spezielle Stoffbarrieren in etwa 10 cm Bodentiefe. Sie können Rasenschutzgewebe sowohl unter neuen Rasen als auch unter oder über vorhandene Rasenflächen legen. Im Boden lebende Engerlinge können durch die Stoffbarriere nicht nach oben gelangen und jüngere nicht unter die Frostgrenze. In beiden Fällen sterben die Larven des Junikäfers ab. Auch Schäden von Wühlmäusen und Maulwürfen unterbindet das Rasenschutzgewebe.

 

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