Mythen rund um torffreie Erde – was wirklich stimmt
Torffrei gärtnern – besser für Natur und Klima
Torf wurde jahrzehntelang als wichtiger Bestandteil in Blumenerden genutzt. Doch sein Abbau zerstört wertvolle Moore – einzigartige Lebensräume für seltene Pflanzen, Insekten und Tiere.
Darum setzen immer mehr Gärtnereien, Gartencenter und auch private GärtnerInnen auf torffreie Erde. Die gute Nachricht: Hochwertige torffreie Erden stehen heute in großer Auswahl zur Verfügung und überzeugen mit sehr guten Ergebnissen.
Vielleicht hast du schon gehört, dass torffreie Erde angeblich schlechter ist – das mag früher so gewesen sein. Inzwischen ist aber so viel Forschung und Entwicklung in die Herstellung geflossen, dass es keinen Grund mehr gibt, nicht auf torffrei umzusteigen.
In diesem Artikel räumen wir mit den häufigsten Mythen rund um torffreie Erde auf und zeigen dir, wie du sie am besten einsetzt.
Mythen rund um torffreie Erde
Mythos 1: Pflanzen wachsen nur mit Torf richtig gut, weil er Wasser besser speichert
Stimmt nicht. Torffreie Erden bieten Pflanzen ebenso hervorragende Wachstumsbedingungen. Sie bestehen in der Regel aus strukturstabilen und wasserhaltefähigen Rohstoffen wie Grünkompost, Rindenhumus, Holzfasern und Kokosfasern.
Grünkompost aus recyceltem Pflanzenmaterial liefert nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern verbessert auch die Wiederbenetzbarkeit und erhöht das Puffervermögen. Rindenhumus sowie Holz- und Kokosfasern fördern dank ihrer groben und feinen Struktur die Belüftung und Wasserspeicherung im Substrat..
Mythos 2: Torffreie Erde ist viel zu teuer
Fakt ist: Erde war lange Zeit zu billig im Verhältnis zu ihrem Wert. Schließlich ist sie die Basis für gesunde Pflanzen. Qualitativ gute torffreie Erde kostet und ist zwar etwas teurer, da sie mehr Komponenten beinhaltet – aber mit steigender Nachfrage sinken die Preise. Billige Erden weisen meist schwache Qualität auf. Investiere lieber ein paar Euro mehr in ein Produkt, das wirklich funktioniert.
Mythos 3: Torffreie Erde besteht nur aus Holzstücken
Klingt erstmal abschreckend, ist aber gar kein Nachteil. Speziell aufbereitete Holzfasern, Rindenhumus und Grünschnittkomposte bilden einen großen Anteil an den Erden. Sie verbessern die Belüftung und sorgen für eine gute Drainage. Beides ist enorm wichtig für gesunde Wurzeln. Hochwertige Produkte setzen auf fein aufbereitete Holzfasern und zertifizierte Komposte. Also: Keine Sorge, wenn du mal ein Stückchen Rinde entdeckst – das gehört so!
Mythos 4: Torffrei trocknet viel zu schnell aus
Ein verbreitetes Missverständnis. Gieße daher lieber öfter, aber in kleinen Mengen. Oft wirkt die obere Schicht trocken, während die Erde darunter noch feucht ist. Viele gießen dann zu viel – und die Pflanzen verfaulen. Besser: Mach den Fingertest oder heb den Topf an. Ist er schwer, dann benötigt deine Pflanze momentan kein Wasser.
Mythos 5: Für die Aussaat ungeeignet
Das war einmal! Heute gibt es spezielle torffreie Aussaaterden mit feiner Struktur und abgestimmtem Nährstoffgehalt. Für größere Samen wie Kürbis oder Mais reicht sogar Universalerde. Viele Hersteller haben inzwischen Top-Produkte im Sortiment, die bewiesen haben: Auch ohne Torf funktioniert die Anzucht bestens.
Mythos 6: Rhododendren brauchen Torf
Rhododendren, Azaleen, Kamelien oder Heidekraut lieben sauren Boden. Früher nahm man dafür Torf – heute gibt es hochwertige, torffreie Rhododendron- und Azaleenerden. Deine „Säureliebhaber“ gedeihen also auch ohne Torf prächtig.
Fazit:
Wie du siehst, gibt es keinen Grund, den Mythen über torffreie Erde zu glauben. Probiere es selbst aus – deine Pflanzen wachsen genauso kräftig.