Blattlaus & Co

Blattlaus & Co

Was treibt die Blattlaus in ihrer Freizeit? Zahlreiche tierische Schädlinge können sich an unseren Pflanzen zu schaffen machen. Während bei einigen Pflanzenschädlingen richtige Detektivarbeit notwendig ist, geben sich Blattläuse relativ leicht zu erkennen.

 

Eine explosive Vermehrungsrate - Lausige Zeiten für Gartenpflanzen

Die Pflanzenläuse zählen zu den großen Gewinnern der Evolution. Der Grund ist eine extrem ausgeklügelte und effektive Vermehrungsstrategie. Blattläuse können sich sozusagen klonen - und das in relativ kurzer Zeit. Aus einer Blattlaus können somit in nur sieben Wochen eine Millionen Nachkommen entstehen. Und genau deshalb sind sie der Inbegriff für Schädlinge an Pflanzen und bei jedem Gärtner unbeliebt und gefürchtet.

Die Vermehrung findet auf zwei Arten statt. Im Sommer werden Jungtiere nur lebend auf die Welt gebracht. Interessanterweise ohne Befruchtung! Nach diesem Klonvorgang sitzen sie dann dicht an dicht vorwiegend auf Blattunterseiten, jungen Trieben, Knospen und Früchten. Folglich kommt es zum Massenbefall. Nur im Herbst findet die Paarung zwischen männlichen und weiblichen Läusen statt. Dies ist wichtig für deren Überleben, denn daraufhin werden Eier abgelegt, die den Winter überdauern. Blattläuse zählen zu den saugenden Pflanzenschädlingen, da sie Pflanzensaft aus den Leitungsbahnen der Pflanze saugen. Aufgrund der Saugtätigkeit verkümmern, kräuseln und rollen sich die Blätter ein, die Triebspitzen deformieren sich. Außerdem werden befallene Pflanzenteile häufig mit klebrigen Ausscheidungen, dem sogenannten „Honigtau”, überzogen. Auf diesem Belag siedeln sich häufig schwarze Pilze, sogenannte „Rußtaupilze” an, wodurch die Pflanzen weiter geschwächt werden.

 

Unser Tipp: Ameisen fressen gerne Honigtau. Sind sie auf den Pflanzen unterwegs, ist das ein Anzeichen auf Blattlausbefall!

Schildläuse - Pflanzensauger mit Deckel

Wenn auf den Blättern oder Trieben, manchmal auch auf den Früchten, kleine 1-3 mm große rundliche Erhebungen zu sehen sind, liegt häufig ein Schildlausbefall vor! Es handelt sich dabei ebenfalls um saugende Pflanzenschädlinge, die ähnlich wie Blattläuse betroffene Pflanzen massiv schädigen können. Einige Schildlausarten bilden schuppenförmige oder auch kugelige Schilde, die den gesamten Körper der Tiere bedecken. Diese wachsartigen Gebilde wirken als Schutz vor ungünstigen Witterungseinflüssen und Fressfeinden.

 

Die weiße Fliege saugt und flattert

Wenn die Pflanzen berührt werden, schwirren unzählige, winzige weiße Insekten auf? Dann deutet dies auf einen Befall der „Weißen Fliege” hin, einem saugenden Schädling aus der Familie der Schildläuse. Die Bezeichnung Fliege verdankt sie ihrem äußeren Erscheinungsbild: Die erwachsenen Tiere sind circa 2 bis 3 mm groß und geflügelt. Die Flügel sind mit einer weißen Wachsschicht bedeckt, welche sie vor äußeren Einflüssen wie Hitze und damit vor Austrocknung schützt. Die Insekten sitzen überwiegend auf der Blattunterseite. Bei Berührung der Pflanzen fliegen häufig ganze Schwärme auf, setzen sich aber nach kurzer Zeit wieder auf die Pflanzen. Die Weiße Fliege fühlt sich bei feucht-warmen Bedingungen besonders wohl. Deshalb ist dieser Schädling speziell in Gewächshäusern und Wintergärten weit verbreitet und gefürchtet. Aber auch im Freiland können nahezu alle Pflanzen, von Gemüse, Kräuter, Zierpflanzen bis zu Obstgehölzen, von ihr befallen werden.

 

Beißende Insekten

Werden aus Blättern größere Teile herausgefressen oder gar ganze Astbereiche regelrecht verputzt, stecken in der Regel beißende Insekten, wie Käfer, Raupen oder andere Larvenarten, dahinter. Ein typischer Vertreter dieser Gruppe ist der Buchsbaumzünsler, ein in Europa relativ neuer Schädling, der ganze Sträucher verspeisen kann. Der aus Ostasien stammende Kleinschmetterling hat sich zu einem der Hauptschädlinge am Buchsbaum entwickelt, was auf die starke Fraßtätigkeit der bis zu 5 cm großen Raupen zurückzuführen ist. Charakteristisch sind ihre dunklen und weißen Längsstreifen auf dem Rücken. Der Schaden durch die Raupen ist massiv: Die Buchsbäume färben sich hellbeige. Von den einzelnen Blättern bleiben teilweise nur noch die Blattrippen übrig. Vereinzelt finden sich noch grüne Blätter. Sind die Blätter alle vernichtet, fressen die Raupen sogar die grüne Rinde um die Zweige herum bis aufs Holz, was zum Absterben der darüber befindlichen Pflanzenteile führt. Charakteristisch sind auch die Gespinste, die auf dem gesamten Buchsbaum angelegt werden. Gut geschützt halten sich die Raupen bis zur Verpuppung darin auf und hinterlassen zahlreiche olivgrüne Kotkrümel. Wichtig ist die regelmäßige Kontrolle der Buchsbäume, um größere Schäden verhindern zu können. Werden Gespinste entdeckt, sollten diese sofort herausgeschnitten werden.

Tipp:

Bei der Bekämpfung ist es wichtig, dass die Schädlinge direkt mit dem Spritzbelag in Berührung kommen. Daher sollte möglichst mit hohem Druck tief ins Innere der Buchsbäume gespritzt werden, um die Larven zu erreichen. Drei Wiederholungen im Abstand von jeweils zehn Tagen sind empfehlenswert.

 

Entwicklungszyklus eines Käfers - Von der Eiablage bis zum Vollinsekt

Käfer sind häufige Besucher unserer Gärten, bei Ihrer Nahrungsaufnahme meist wenig wählerisch und können so nahezu alle Gehölze durch ihre Fraßtätigkeit schädigen. Da viele Käfer teils auch nachtaktiv sind, wird ihre Anwesenheit nur in Form von Buchten-, Loch- oder sogar Kahlfraß sichtbar. Dabei werden vor allem die Blätter, aber auch Blüten und Knospen angefressen. Sie haben sicherlich bereits die U-förmigen Fraßspuren an den Blatträndern Ihrer Pflanzen entdeckt? Dann ist vermutlich der Dickmaulrüssler am Werk gewesen! Der Gefurchte Dickmaulrüssler befällt mehr als 100 verschiedene Pflanzenarten. Der Käfer ist circa 7 bis 10 mm lang, schwarz gefärbt und hat eine runzelige Oberfläche. Ab April/Mai erscheinen die Käfer und fressen an den Blättern. Von Juni bis Juli legen die Weibchen ihre Eier in den Boden ab, aus denen circa 8 bis 10 mm lange, cremefarbene Larven schlüpfen. Sie richten den Hauptschaden an, da sie an den Wurzeln fressen. Geschädigte Pflanzen können nicht mehr genügend Wasser aufnehmen, werden welk und können schließlich komplett absterben.