Gartengestaltung mit Hecken

Gartengestaltung mit Hecken

Ein Garten ohne Hecken ist kaum vorstellbar. Hecken sind ein wesentliches Strukturelement im Garten, die Gartenflächen umgrenzen und trennen und dabei neue Raumeinheiten schaffen. Die Gestaltungsmöglichkeiten mit Hecken sind so vielseitig wie die Anzahl an Gehölzarten, die dafür verwendet werden können.

Eine Hecke setzt sich meist aus Gehölzen zusammen, die in einer mehr oder weniger strengen Reihe angeordnet sind. Bevor eine Hecke angelegt wird, sollten bereits bei der Planung folgende Punkte geklärt werden:

  • Welche Funktionen soll die Hecke erfüllen?
  • Soll die Hecke immergrün oder sommergün sein?
  • Welche Form und Optik soll die Hecke aufweisen?
  • Was ist bei der Pflanzung zu beachten?
  • Welchen Pflegeaufwand darf die Hecke verursachen?

 

Funktionen von Hecken

Hecken stellen im Garten "lebendige Grenzen" dar, indem sie das Grundstück abgrenzen. Sie schirmen uns vor der Einwirkung von Straßenstaub, Wind, Lärm und neugierigen Blicken ab. Anders als Mauern sind Hecken keine starren Gebilde, sondern vermitteln durch natürliches Pflanzenwachstum eine lebendige Anmutung. Außerdem stellen sie einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche Vögel, Igel und andere Tiere dar.

Eine wesentliche Rolle bei der Gestaltung mit Hecken spielt die Wuchshöhe. Zur äußeren Umgrenzung werden in der Regel mittelhohe bis hohe Sträucher oder Bäume (Wuchshöhe von circa 0,8 bis 4 m) verwendet. Bitte beachten: Mit zunehmender Heckenhöhe steigt auch die Schattenwirkung im Garten.

Hecken geben der Grundfläche nicht nur einen äußeren Rahmen, sondern dienen auch der inneren Strukturierung des Gartens. Ähnlich wie mit Wänden und Raumteilern in Wohnräumen werden mit Hecken im Garten Kleinräume geschaffen. Wie stark diese Trennwirkung wahrgenommen wird, lässt sich wiederum durch die Wuchshöhe steuern. Niedrige und mittelhohe Hecken (Wuchshöhe von circa 0,3 bis 1,5 m) aus Buchs sind beispielsweise optimal zur Einfassung von Stauden- oder Gemüsebeeten. Werden Wege von Hecken eingefasst, entsteht dadurch eine Art Tunnel, der beim Durchgehen eine gewisse Spannung erzeugt. Außerdem ist das satte Grün des Buchs ein schöner Kontrast zu leuchtenden Blütenfarben der Stauden.

Genauso wie wir in Wohnräumen einen gemütlichen Rückzugsbereich zum Entspannen schätzen, freuen wir uns über ein ruhiges Plätzchen im Garten. Mittels Heckenbepflanzung lässt sich diese Wohlfühloase vom restlichen Garten separieren – ein idealer Platz zum Aufstellen eines Liegestuhls oder einer Gartenbank entsteht.

Immergrün oder sommergrün

Hecken können entweder aus immergrünen oder sommergrünen Pflanzenarten aufgebaut werden. Immergrüne Hecken bieten den Vorteil, dass sie das ganze Jahr über ihre Laub- oder Nadelblätter tragen und dadurch zu einem beständigen Gartenelement werden. Sommergrüne Hecken hingegen verändern mit dem Lauf der Jahreszeiten ihr Erscheinungsbild. Durch den Laubfall entfällt im Winter somit auch der Sichtschutz. Zu beachten ist jedoch, dass manche sommergrünen Gehölze wie die Rotbuche (Fagus sylvatica) ihr Laub im Herbst verfärben und auch im Winter behalten. Außerdem ist gerade diese Herbstfärbung zusammen mit der Blütenbildung im Frühjahr ein besonderer Reiz der sommergrünen Hecken.

 

Formstreng oder natürlich wachsend?

Grundsätzlich sollte die Hecke optisch zum Gartenstil passen, was sich durch eine entsprechende Pflanzenwahl und Schnittmaßnahmen leicht umsetzen lässt. Gänzlich unterschiedlich ist das Erscheinungsbild der sogenannten Formhecken im Vergleich zu natürlich wachsenden Hecken:

Formhecken:

Durch regelmäßigen Schnitt können Gehölzpflanzen in eine bestimmte Form gebracht werden. Formhecken sind in heimischen Hausgärten weit verbreitet. Diese Hecken weisen von der Basis bis zur Spitze einen dichten Wuchs auf. Dadurch entstehen geradlinige Konturen, die einen hohen Ordnungsgrad vermitteln. Formhecken lassen sich durch regelmäßigen Schnitt auf eine Heckenbreite von 50 bis 80 cm halten. Sie sind daher sehr Platz sparend und vor allem für kleinere Gärten ideal. Geeignet sind sowohl Laub- als auch Nadelgehölze, immergrüne oder sommergrüne Arten. Wichtig ist, dass sie sich dicht verzweigen. Bei Formhecken sollte die Pflanzenwahl auf eine einzige Gehölzart beschränkt werden, da ein Mix zu unruhig wirken würde. Nach wie vor zählen Thuja (Thuja occidentalis) und Buchs (Buxus sempervirens) zu den beliebtesten Heckenpflanzen. Diese immergrünen Gehölze gelten als relativ pflegeleicht und zeichnen sich durch eine dichte Wuchsform aus. Breit einsetzbar und gleichsam beliebt ist der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus). Dieser immergrüne Strauch mit seinen relativ großen, glänzenden Blättern fühlt sich auch in eher schattigen Bereichen wohl. Zierlicher wirken die eiförmigen Blätter des Ligusters (Ligustrum sp.), von denen es immergrüne oder sommergrüne Arten gibt.
Abgesehen von diesen Klassikern lassen sich viele weitere Gehölze in eine dichte Form schneiden. Unter den sommergrünen Gehölzen eignet sich für hohe Hecken beispielsweise die Hainbuche (Carpinus betulus), die auch im Schatten eingesetzt werden kann. Dichte, hohe Hecken mit leuchtendem Herbstlaub erzeugt die Blutbuche (Fagus sylvatica purpurea). Ebenfalls rot leuchten im Herbst niedrige bis mittelhohe Hecken aus Berberitze (Berberis thunbergii).
Für reine Formhecken weniger geeignet sind Blütensträucher, da aufgrund der häufigen Schnittmaßnahmen die Blütenentwicklung gestört würde.

Natürlich wachsende Hecken:

Wenn im Garten ausreichend Platz zur Verfügung steht, können, alternativ zu dicht geschnittenen Hecken, Sträucher gepflanzt werden, die in ihrer natürlichen Wuchsform belassen werden. Diese freiwachsenden Hecken nehmen meist eine Breite von 2 bis 3 m ein. Sie sind pflegeleicht, da Schnittmaßnahmen nur bei Bedarf durchgeführt werden.
Im Gegensatz zu Formhecken erscheinen freiwachsende Hecken locker und natürlich. Zur Gestaltung sind zahlreiche Straucharten geeignet, die auch gerne miteinander kombiniert werden können. Zur Gestaltung von frei wachsenden Hecken werden gerne blühende Sträucher verwendet, wie beispielsweise Falscher Jasmin, Deutzie, Fingerstrauch, Spierstrauch, Strauch-Eibisch oder Flieder. Auch mit Rosen können wunderschöne Hecken gestaltet werden.
Bitte beachten: Werden unterschiedliche Gehölzarten miteinander kombiniert, sollten sich die einzelnen Arten mehrmals wiederholen. Denn ein einzelnes Exemplar einer Art könnte als Störelement empfunden werden.

Spezialfall "Naschhecke":

Zahlreiche Straucharten haben nicht nur dank ihres Laubes und Blüten einen Zierwert, sondern bringen auch leckere Früchte hervor. Dadurch entstehen regelrechte "Naschhecken". Geeignet ist beispielsweise die Kornelkirsche, die auch als Gelber Hartriegel (Cornus mas) bekannt ist. Dieser sommergrüne Strauch von niedrigem bis hohem Wuchs entwickelt im Frühjahr gelbe Blüten. Ab August/September können ovale, rote Früchte geernetet werden. Weitere fruchtbildende Heckengehölze sind die Apfelbeere (Aronia sp.), Gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier ovalis), Sanddorn (Hippophaë rhamnoides), Schlehe (Prunus spinosa), Hagebutte (Rosa canina) und Berberitze (Berberis thunbergii). Bitte vergewissen Sie sich vor dem Naschen erstens, dass die Früchte tatsächlich essbar sind und zweitens ob die Früchte roh verzehrt werden können oder verarbeitet werden müssen.

Pflanzung

Ideale Zeitpunkte für eine Heckenpflanzung sind das Frühjahr oder der Herbst. Bevor Hecken gepflanzt werden können, sollte eine Bodenbearbeitung vorgenommen werden: In doppelter Spatentiefe und circa 50 cm Breite wird der Boden umgegraben. Anschließend wird ein Graben von circa 20 cm Breite und Tiefe ausgehoben – die genauen Ausmaße sollten der Höhe des Wurzelballens entsprechen. Je nach Gehölzart werden die Pflanzen in einem Abstand von circa 15 bis 30 cm bei niedrigen Hecken bzw. 30 bis 45 cm bei mittelhohen Hecken und 45 bis 60 cm bei hohen Hecken in einer Reihe eingesetzt. Anschließend mit Erde bedecken, andrücken und gut angießen. Bei jungen Gehölzen, die erst zwei oder drei Jahre alt sind, erfolgt nun ein Pflanzschnitt, der je nach Gehölzart unterschiedlich stark durchgeführt werden sollte.

 

Pflege & Schnitt

Formhecken verursachen einen nicht zu unterschätzenden Pflegeaufwand, da sie ihre kompakte Form nur durch regelmäßigen Schnitt bekommen. Sommergrüne Gehölze sollten sogar zweimal im Jahr geschnitten werden: nach dem Frühjahrsaustrieb und nochmals im Spätsommer. Bei immergrünen Pflanzen genügt ein einmaliger Schnitt im Jahr, der vorzugsweise nach Triebabschluss im Spätsommer oder Herbst durchgeführt wird. Bitte beachten: Um zu verhindern, dass die Hecken unten kahl werden, sollte beim Schnitt eine rechteckige Blockform vermieden werden. Stattdessen sollte sie sich nach oben hin leicht verjüngen, d.h. die Hecke ist unten breiter als oben. Dadurch werden auch die unteren Triebe ausreichend mit Licht versorgt. Außerdem kommen im Winter schwere Schneelasten weniger stark auf der Hecke zum Liegen. Bei natürlich wachsenden Hecken werden die Schnittmaßnahmen wie bei solitär wachsenden Sträuchern vorgenommen. Hier genügt meist das Auslichten einzelner Triebe: alte Triebe werden knapp über dem Boden abgeschnitten. Wie alle Gartenpflanzen erfordern auch Hecken eine ausgewogene Nährstoffversorgung für optimales Wachstum. Ideal ist der Langzeitdünger Substral Osmocote Buchs & Hecken Dünger. Diese Düngerperlen werden entweder direkt bei der Frühjahrspflanzung ins Pflanzloch gemischt oder in den Folgejahren im Frühjahr leicht in die Erde eingearbeitet. Dadurch werden die Hecken über die gesamte Vegetationsperiode von sechs Monaten bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgt.