Wintergemüse ernten

Wintergemüse ernten

Einige Gemüsearten werden im Spätherbst bis Winter reif. Bei richtiger Ernte und Lagerung muss somit auch in der kalten Jahreszeit nicht auf frisches Gemüse aus dem eigenen Garten verzichtet werden.

 

Kohl

Während Weißkohl, Blumenkohl, Brokkoli und Kohlrabi im Sommer und Herbst geerntet werden, reifen einige Kohlgewächse erst im Spätherbst und Winter.

 

Grünkohl:

Charakteristisch für den Grünkohl sind seine gekräuselten Blätter. Diese können hell- bis dunkelgrün oder aber violett bis rotbraun gefärbt sein.
Inhaltsstoffe: Grünkohl enthält reichlich Eiweiß (mehr als alle anderen Kohlarten) sowie Vitamin C, Carotin, Calcium, Eisen und Phosphor.
Erntetipp: Die Grünkohlernte beginnt ab Oktober. Das Gemüse kann aber den gesamten Winter hinweg auf dem Beet bleiben und bis ungefähr Februar geerntet werden. Grünkohl zeichnet sich durch seine gute Frostverträglichkeit aus.
Ist Grünkohl, sowie Rosenkohl, längerfristig niedrigen Temperaturen ausgesetzt, nimmt er einen süßlichen Geschmack an. Dabei ist aber nicht der Frost an sich notwendig, sondern die abnehmende Stärkeproduktion aufgrund der späten Ernte. Dadurch steigt der Zuckergehalt.

 

Rotkohl (Blaukohl):

Inhaltsstoffe: Rotkohl enthält Farbstoffe ("Anthocyane"), die für die rotviolette Farbe verantwortlich sind. Die Farbe des Rotkohls wird vom pH-Wert des Bodens beeinflusst: Auf sauren Böden geht die Farbe ins Rot, auf basischen Böden ins Blau. Des Weiteren enthält Rotkohl reichlich Eisen, Vitamin C und Senföle.

 

Rosenkohl:

Der Rosenkohl entwickelt einen bis zu 1 m hohen beblätterten Strunk. An diesem sitzen zahlreiche Knospen, die sogenannten "Röschen", die geerntet werden.
Inhaltsstoffe: Rosenkohl weist von allen Kohlsorten den höchsten Gehalt an Vitamin C auf. Außerdem ist er reich an Kalium, Eisen und anderen Mineralstoffen.
Erntetipp: Rosenkohl kann je nach Sorte bereits ab September geerntet werden. Der Haupterntezeitpunkt erstreckt sich aber von Oktober bis Dezember.

 

Knollensellerie:

Charakteristisch ist die fleischige Knolle, die vor allem durch Verdickung der Sprossachse entsteht und als Speicherorgan dient.
Inhaltsstoffe: Knollensellerie enthält reichlich Mineralstoffe, Vitamine sowie ätherische Öle, die für den würzigen Geschmack verantwortlich sind.
Erntetipp: Oktober bis November ist ein guter Zeitpunkt zur Ernte von Knollensellerie. Die etwas über die Erdoberfläche herausragende Knolle ist frostempfindlich und sollte somit vor dem Auftreten erster Fröste geerntet werden. Am besten mit einer Grabegabel tief unter die Knolle stechen und diese herausheben, ohne sie zu schädigen. Anschließend Erdreste vorsichtig entfernen. Damit die Blätter der Knolle keine Feuchtigkeit entziehen, sollten sie entfernt werden. Nur die innersten Blätter an der Knolle belassen. Wurzeln ebenfalls abschneiden.

Porree (Lauch)

Das beliebte Lauchgewächs ist dank seiner ätherischen Öle besonders aromatisch und vielseitig in der Küche einsetzbar.
Inhaltsstoffe: Porree enthält viele Vitamine, Mineralstoffe, sowie Eisen, Mangan und Folsäure.
Erntetipp: Mit einer Grabegabel unter die Pflanze stechen, leicht anheben und Porree vorsichtig herausziehen. Neben Sommer- und Herbstsorten gibt es frostharte Wintersorten, die den ganzen Winter bis Anfang Februar auf dem Beet bleiben können. Bei besonders starken Frösten sollte aber eine Abdeckung (z. B. mit Vlies) erfolgen.

 

Rettich

Rettich bildet eine Rübenknolle aus, die weiß, schwarz oder violett gefärbt ist.

Inhaltsstoffe: Rettich weist einen hohen Mineralstoff- und Vitamingehalt auf und enthält äußerst gesunde Senföle.
Erntetipp: Es ist ratsam, Rettich zu ernten, bevor er voll ausgereift ist! Denn bei später Ernte ist der Rettich überreif, kann innen hohl sein und holzig schmecken.

 

Lagerung von Wintergemüse

Damit das geerntete Gemüse viele Monate haltbar ist, ist eine trockene und frostfreie Lagerung nötig, beispielsweise im Keller. Als Gefäß eignen sich Kisten, die mit alten Tüchern oder Zeitung ausgelegt oder mit feuchtem Sand befüllt sind.

Gemüse wie z. B. Kohlköpfe oder Sellerieknollen können auch einzeln in Zeitungspapier gewickelt und in Holzkisten aufbewahrt werden.

Es ist ratsam, während der Wintermonate die eingelagerte Ernte von Zeit zu Zeit zu kontrollieren, um etwaiges verfaultes Gemüse zu entfernen. Das Auftreten von Pilzerkrankungen kann durch regelmäßiges Lüften verringert werden.